Das Wirtschaftsministerium nimmt den geplanten Verkauf der Medizinsparte des börsennotierten Gummiverarbeiters Semperit genauer unter die Lupe. "Wir sind in sehr konstruktiven Gesprächen mit Semperit. Die Handschuhproduktion in Österreich ist wesentlich für die öffentliche Sicherheit", sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Rande des Forum Alpbach zur APA.

Das im Juli verschärfte Investitionskontrollgesetz soll wichtige heimische Wirtschaftszweige vor einem Ausverkauf an Unternehmen von außerhalb der EU schützen. Semperit will seine Medizinsparte trotz coronabedingt hoher Nachfrage nach medizinischen Schutzhandschuhen verkaufen. Schramböck verwies auf die Rolle der heimischen B&C-Stiftung als Miteigentümer des Gummiverarbeiters. Die Stiftung hält 54,2 Prozent an Semperit. Die Stiftung habe in ihrer Stiftungsurkunde, den Auftrag den österreichischen Standort zu sichern, sagte die Wirtschaftsministerin.

"EU-Kommission ist aufgewacht"

Die Semperit Holding produziert in ihrer Medizinsparte Sempermed Untersuchungshandschuhe in Malaysia und OP-Handschuhe im niederösterreichischen Wimpassing. Schramböck will mit dem Investitionskontrollgesetz Übernahmen von österreichischen Firmen durch außereuropäische Unternehmen strenger prüfen. "Es hat ein Ausverkauf bei Schlüsseltechnologien in Europa stattgefunden", so das Fazit der Ministerin. Europa sei bei Unternehmensübernahmen in den vergangenen 15 Jahren naiv gewesen. "Da ist die EU-Kommission in den vergangenen Monaten aufgewacht."  (apa)