In Österreich erwartet Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck durch die Coronakrise einen Anstieg bei Unternehmensinsolvenzen. Wie hoch er ausfallen werde, sei derzeit aber noch nicht abschätzbar. In der Wirtschaftskrise 2008/09 habe die Zahl der Insolvenzen um 2000 bis 3000 Insolvenzfälle zugelegt. Der wegen der Coronakrise erstmalig eingeführte steuerliche Verlustrücktrag soll die Liquidität und die Eigenkapitalbasis der Unternehmen verbessern und Insolvenzen verhindern.

Die Wirtschaftsministerin setzt hohe Hoffnungen auf den Verlustrücktrag. Die Unternehmen könnten dadurch die positiven Einkünfte aus dem Vorjahr mit den Verlusten aus 2020 verrechnen. "Das wird eine große Auswirkung auf die Firmen haben. Sie müssen diese Steuerschuld faktisch nicht erbringen", so Schramböck.

Bonus für Lehrstellen

Die Coronakrise wirkt sich auch auf den Lehrstellenmarkt aus. Die Lehrstellenlücke - die Differenz zwischen offenen sofort verfügbaren Lehrstellen und Lehrstellensuchenden - war Ende Juli um über 2500 höher als im Juli 2019 und belief sich auf knapp 5500. Ende August war die Lehrstellenlücke aber bereits wieder deutlich niedriger bei 2822, im Vergleich zum Vorjahresmonat aber immer noch ein Plus von 851. Der Lehrstellenbonus hat im vergangenen Monat offenbar Unternehmen motiviert neue Auszubildende einzustellen. Unternehmen, die einen Lehrling zwischen 16. März und 31. Oktober 2020 neu einstellen, erhalten ein Bonus von 2000 Euro. Für Kleinstunternehmer wurde der Bonus Mitte Juli auf 3000 Euro und für Kleinunternehmer auf 2500 Euro erhöht. Bisher wurden laut Wirtschaftsministerium rund 6000 Anträge für einen Lehrstellenbonus gestellt.

"Wir haben Unternehmen überzeugen können, mehr Lehrlinge einzustellen als sie ursprünglich geplant hatten, um gute Fachkräfte zu bekommen", sagte Schramböck. In den Bundesländern gebe es ein Überangebot von Lehrstellen, in Wien hingegen einen Überhang von Lehrstellensuchenden. Die Wirtschaftsministerin appelliert an Unternehmen in Wien mehr Lehrstellen anzubieten. Außerdem hätten Lehrstellensuchende außerhalb von Wien bessere Chancen. "Es gibt eine großes Lehrstellenangebot in den Bundesländern und die Betriebe würden sie mit offenen Armen empfangen", so die Wirtschaftsministerin. (apa)