Mit 23 Milliarden Euro ist der Lebensmittelhandel mit deutlichem Abstand die größte und wichtigste Einzelhandelsbranche in Österreich. Über 31 Prozent aller Ausgaben für den Einzelhandel werden laut RegioData Research in den etwa 5700 Lebensmittelgeschäften getätigt. Zum Vergleich: Die zweitgrößte Einzelhandelbranche, der Bekleidungshandel, kann demgegenüber nur etwa 9 Prozent der handelsrelevanten Ausgaben binden.

Während des mehrwöchigen coronabedingten Lock-Downs habe der Lebensmittelhandel in mehrfacher Weise profitiert: Die Schließung der Gastronomie bescherte ein regelmäßiges Essen zu Hause und dementsprechende Einkäufe.

Das wurde durch das plötzlich einsetzende Home-Working noch verstärkt, und schließlich erzielte der Lebensmittelhandel Zusatzumsätze durch Non-Food-Artikel, die man sonst nirgendwo kaufen konnte, etwa Gartenartikel oder Spielwaren. Aus heutiger Sicht werde sich das am Ende des Jahres mit einem Umsatzplus von 4,5 Prozent für die Branche auswirken, heißt es.

An den Marktverhältnissen ändert sich nur wenig: Die "Big 4" Rewe, Spar, Hofer und Lidl decken 91 Prozent des gesamten Marktes ab - eine auch im internationalen Vergleich beachtenswerte Konzentration.

Obwohl vor allem Lidl und Hofer expandieren und in den letzten drei Jahren insgesamt 65 neue Standorte eröffnet oder bestehende vergrößert haben (z.B. durch einen Backshop), liegt der Marktanteil der Diskonter in Österreich bei 30,6 Prozent und ist damit exakt gleich hoch wie vor drei Jahren.