Die Wirtschaftskammer (WKO) drängt angesichts der coronabedingten Arbeitsmarktkrise und des regionalen Fachkräftemangels auf mehr Mobilität der Arbeitskräfte. Trotz hoher Arbeitslosenzahlen würden "zahllose Firmen" Arbeitskräfte suchen, sagte WKO-Präsident Harald Mahrer am Mittwoch in Wien. Die Arbeitslosen würden oftmals aber nicht dort wohnen, wo Jobs angeboten werden. Mahrer will daher erneut über die AMS-Zumutbarkeitsbestimmungen für Arbeitslose - etwa bei der Wegzeit - diskutieren. "Da geht mehr beim Pendeln und beim Übersiedeln", so Mahrer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit WKO-Generalsekretär Karlheinz Kopf, bei der ein Maßnahmenpaket für mehr Beschäftigung präsentiert wurde.

Schub in Richtung digitaler Transformation

Die Coronakrise wird nach Einschätzung von Kopf genauso wie die Wirtschaftskrise 2008/09 "einen Schub in Richtung digitaler Transformation" bringen. Zielführend sei eine "möglichst arbeitsnahe Höherqualifizierung und Umqualifizierung". Bildungsteilzeit soll erleichtert werden, um sie für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) interessanter zu machen, auch im Anschluss an die Kurzarbeit. Beschäftigungsanreize wollen die Wirtschaftskammervertreter mit einer degressiven Staffelung des Arbeitslosengeldes (wenn die Konjunktur anspringt) und einer zeitlichen Begrenzung der geringfügigen Beschäftigung bei Arbeitslosen erreichen.

Kategorische Ablehnung gibt es für die langjährige Gewerkschaftsforderung nach Arbeitszeitverkürzung. "Das Ziel muss sein den Kuchen größer zu machen und nicht das Gegenteil zu tun", sagte Mahrer.

Am kommenden Dienstag, 15. September, treffen sich die Sozialpartner und die Regierung zu einem Arbeitsmarktgipfel. (apa)