Angesichts einer anhaltend schwachen internationalen Nachfrage infolge der Coronavirus-Pandemie streicht das niederösterreichische Schalungstechnik-Unternehmen Doka bis zu 300 Jobs in Amstetten, wie die Firma Mittwochabend bestätigte.

Von dem Stellenabbau betroffen seien das "Headquarter" und die Produktion, wo insgesamt rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt seien, nicht aber die Vertriebsorganisation mit mehreren hundert Arbeitnehmern. Die Firma werde die Kurzarbeit nach dem Ablauf der aktuellen Phase Ende September nicht um eine weitere Periode verlängern. Die Mitarbeiter wurden den Angaben zufolge heute Nachmittag über die drastischen Sparpläne informiert.

Der Personalabbau solle den Angaben zufolge nicht nur über Kündigungen erfolgen, sondern auch über natürliche Abgänge, betonte die Sprecherin. Mit dem Sparprogramm reagiert Doka den Unternehmensangaben zufolge auf eine "deutlich reduzierte Nachfrage vor allem aus den Regionen Mittlerer Osten, Asien und Lateinamerika". Daran dürfte sich auch in nächster Zukunft wenig ändern.

Für das laufende, aber auch für das kommende Jahr 2021 zeichne sich "ein deutlich reduzierter Schalungsbedarf" ab. Heuer im Februar, vor der Coronakrise, war Doka noch von einem Wachstumskurs ausgegangen. Durch den Corona-Shutdown und dessen Folgen habe sich "dieses Wachstum ins Minus verwandelt". Für ein Jahr hätte man diesen Einbruch hinnehmen können. Nun zeige sich aber, dass speziell die Märkte des Mittleren Ostens, Asiens und Lateinamerikas stärker und vor allem nachhaltiger, das heiße "deutlich über 2020 hinaus", von der Corona-Krise betroffen seien als bisher angenommen.

Fast überall in Lateinamerika Baustillstand

In fast allen Ländern Lateinamerikas stehen große Baustellen den Angaben zufolge seit Monaten still. Ähnlich die Situation in Metropolen wie Singapur und Ländern wie Malaysien oder Indien, wo trotz eines rigorosen Shutdowns der Corona-Höhepunkt noch bevorstehe.

"Wir wissen mittlerweile, dass wir das Umsatzniveau 2019 über einen längeren Zeitraum nicht mehr erreichen werden," teilte Doka-Chef Harald Ziebula mit. "Die Kurzarbeit ist ein Überbrückungsinstrument. Um sie weiter fortzusetzen ist der Horizont, den wir sehen, zu weit weg." Die Kurzarbeit am Standort Amstetten werde daher mit Ende September beendet.

Im Laufe des Herbstes werde es in vielen Teilbereichen des Unternehmens zu Restrukturierungsmaßnahmen unter anderem auch durch Personalreduktion kommen. Durch nicht nachbesetzte natürliche Abgänge, vorzeitige Ruhestände, freiwillige Austritte, aber auch Freisetzungen werde der Personalstand in den nächsten Monaten "angepasst". Mit den Betriebsräten wird bereits über die Rahmenbedingungen verhandelt.

Neben den Standortmaßnahmen finden auch in den betroffenen Regionen und Länder entsprechende Restrukturierungen statt.

Doka ist international in 70 Ländern mit weltweit rund 7.000 Mitarbeitern tätig. Das Unternehmen produziert und vertreibt seit mehr als 60 Jahren Schalungskomponenten und Schalungssysteme. Doka ist gemeinsam mit umdasch The Store Makers und Umdasch Group Ventures Teil des in Amstetten ansässigen Schalungstechnik- und Ladenbaukonzerns Umdasch Group. (apa/kle)