Seit Monaten schlägt sich die coronabedingte Wirtschaftskrise deutlich am österreichischen Arbeitsmarkt nieder. Viele Unternehmen haben Auftragsrückgänge zunächst mit Kurzarbeit und anderen Maßnahmen abgefangen. Doch nun werden immer mehr im großen Stil Jobs gestrichen. Im Folgenden eine Auswahl an Firmen:

Casinos Austria: Die teilstaatlichen Casinos Austria haben 600 Mitarbeiter ihrer zwölf Inlandscasinos und ihres Headquarters in Wien beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet, wie am Mittwoch bekannt wurde. Es handelt sich dabei laut Unternehmensangaben um eine Maximalzahl. Die Casinos verhandeln nun mit den Betroffenen über Teilzeit- oder freiwillige Ausstiegsmodelle. Konzernweit beschäftigen die Casinos Austria rund 3.400 Mitarbeiter (Vollzeitstellen).

FACC: Am Freitag gab das auf Komponenten für die Luftfahrtindustrie spezialisierte oberösterreichische Unternehmen bekannt, dass 650 Arbeitsplätze wegfallen. Die Zahl der Mitarbeiter sinkt damit auf 2.700. Wie es dazu hieß, muss sich FACC dem Marktumfeld anpassen und auf die reduzierte Nachfrage reagieren.

Doka: Die niederösterreichische Schalungstechnik-Firma hat Mitte September bestätigt, dass "angesichts einer anhaltend schwachen internationalen Nachfrage" bis zu 300 Jobs in Amstetten gestrichen werden. Von dem Personalabbau betroffen seien das Headquarter und die Produktion, wo insgesamt rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, nicht aber die Vertriebsorganisation mit mehreren hundert Arbeitnehmern. Die Firma werde die Kurzarbeit nach dem Ablauf der aktuellen Phase Ende September nicht um eine weitere Periode verlängern.

MAN Steyr: Der Vorstand des deutschen Mutterkonzerns MAN bestätigte ebenfalls Mitte September, dass das Werk in Steyr bis 2023 komplett geschlossen wird. Betroffen sind 2.300 Mitarbeiter. Große Teile des Werks Trucks & Bus in Steyr werden nach Polen und in die Türkei verlegt. Die Werksschließung ist Teil eines konzernweiten Sparprogramms, das den Abbau von 9.500 Stellen vorsieht. Zudem dürfte die Schließung von knapp 50 Service-Niederlassungen für Lkw weltweit weitere 1.300 Jobs kosten.

Kündigungen

Sacher: Die Sacher-Hotels kündigten per 15. September 140 Mitarbeiter. In Wien sind 105 Personen betroffen, in Salzburg 35. Der Rest der Belegschaft bleibt in Kurzarbeit. Der Umsatz wird heuer lediglich bei einem Viertel des Vorjahreswertes liegen, im kommenden Jahr erwartet Hotelchef Matthias Winkler auch nur ein Drittel des Vor-Corona-Niveaus. "Dramatischer kann eine Situation nicht sein", sagt er.

Mayr-Melnhof: Wegen Umstrukturierungsmaßnahmen werden am Standort von Mayr-Melnhof in Hirschwang an der Rax in Niederösterreich rund 130 Jobs wegfallen. Grund ist die Einstellung der Produktion auf der Kartonmaschine. Die Maßnahme soll noch heuer durchgeführt werden, teilte das Unternehmen am Anfang September mit.

BWT: Der oberösterreichische Wasseraufbereiter BWT will bis Ende September am Standort Mondsee 60 Stellen streichen. Weitere sind von Auslagerungen betroffen. Die 60 betroffenen Mitarbeiter werden vor allem in der Holding in der Zentrale in Mondsee gekündigt, wie am 5. September bekannt wurde.

Voestalpine: Der Linzer Stahltechnologiekonzern streicht in der Steiermark 500 bis 550 Stellen. Betroffen sind etwa 250 Mitarbeiter in Kindberg und rund 250 bis 300 Arbeitnehmer in Kapfenberg, wurde am 5. August bekannt. Die Voestalpine beschäftigt insgesamt 9.100 Mitarbeiter in der Steiermark.

Swarovski: Der Tiroler Kristallkonzern hatte im Juli angekündigt, im Herbst in Wattens von den derzeit noch bestehenden 4.600 Stellen weitere 1.000 abzubauen. Mittelfristig würden am Hauptsitz rund 3.000 Menschen beschäftigt sein. Denn bis 2022 soll sich der Mitarbeiterstand noch einmal um 600 Stellen verringern. Allerdings gibt es unter den Mit-Eigentümern Widerstand gegen das Sparprogramm.

Wackelkandidaten

Agrana: Der Wiener Zuckerverarbeiter wollte ein Werk im niederösterreichischen Leopoldsdorf schließen, dies hätte 150 Jobs gekostet. Ein Branchenpakt soll das Werk noch retten. Dazu müssen die Rübenbauern bis Mitte November 38.000 Hektar Anbaufläche zusagen, heuer lag sie bei 26.000 Hektar.

Schaeffler: Der deutsche Auto- zulieferer kappt bis Ende 2022 rund 4.400 Stellen. Ob davon auch der Standort in Berndorf (Niederösterreich) betroffen sein wird, steht noch nicht fest.(apa/kle)