Österreichs Wirtschaft ist in der Coronavirus-Pandemie im zweiten Quartal 2020 um 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal eingebrochen. Die Statistik Austria gab am Montag entsprechende vorläufige Berechnungen bekannt. Gegenüber dem Vorquartal betrug das Minus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) real, also saison- und arbeitstagbereinigt, 12,1 Prozent. "Das ist der kräftigste Rückgang seit dem Zweiten Weltkrieg", teilte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas mit.

Die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 haben in den drei Monaten nach dem Lockdown vor allem in weiten Teilen des Dienstleistungssektors deutliche Spuren hinterlassen. Der stärkste reale Rückgang mit 61,1 Prozent zum Vorjahresquartal und 65,2 Prozent zum Vorquartal entfiel auf den Bereich Beherbergung und Gastronomie, gefolgt vom Unterhaltungs- und Kulturbereich, der gegenüber dem Vorjahresquartal um 35,3 Prozent und zum Vorquartal um 27,0 Prozent abstürzte.

 

Wien-Tourismus besonders hart getroffen

Der heimische Tourismus hat heuer im Sommerhalbjahr wegen der Corona-Pandemie einen herben Buchungsrückgang erlitten. Zwischen Mai und August sanken die Nächtigungen in den Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres im landesweiten Durchschnitt um 33 Prozent auf 39,5 Millionen, wie aus den vorläufigen Zahlen der Statistik Austria von heute, Montag, hervorgeht.

Besonders hart hat es Wien getroffen - mit einem Einbruch der Buchungen um 82 Prozent. Am glimpflichsten kamen Kärnten mit einem Minus von 15 Prozent und in Summe 6,9 Millionen Nächtigungen, die Steiermark mit minus 18 Prozent (4,4 Millionen Nächtigungen) und das Burgenland mit minus 19 Prozent (1,3 Millionen Nächtigungen) davon.

Die Buchungen vonseiten ausländischer Urlauber gingen um 43 Prozent auf 23,8 Millionen zurück - wobei vor allem das Minus von 24 Prozent der deutschen Touristen zu Buche schlug, die heuer in der Sommersaison nur auf 16,5 Millionen Übernachtungen kamen. Die Österreicher buchten um nur 7 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode und sorgten für 15,7 Millionen Nächtigungen. (apa/kle)