Es wird wohl nichts mehr so wie früher. Durch Covid-19 wurde die Arbeitswelt über Nacht digitalisiert. Kollegen, die sich für gewöhnlich beim Kaffeeautomaten auf ein Pläuschen treffen, sehen sich nun hinter der Mattscheibe. Doch auch der für viele nervenzehrende Arbeitsweg, Stoßstange an Stoßstange, fällt weg. Für Thomas Arnoldner, Chef der A1 Telekom, steht fest, dass die analoge Welt, wie wir sie kannten, nun der Vergangenheit angehört.

"Wir sind in der Corona-Krise durch ein Trainingslager der digitalen Skills gegangen", sagt er. Nun gilt es sich den neuen Tatsachen zu stellen: "Wir sehen eine Beschleunigung der Digitalisierung, die global passiert", sagt er. "Es gibt keine Alternative."

Offen für Jobwechsel, offen für Weiterbildung

Damit Österreich bei dieser Entwicklung dabei ist, müsse der Veränderungswille bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern entsprechend hoch sein. "Es liegt an jedem einzelnen von uns, einen Beitrag zu leisten, offen zu sein für Jobwechsel, offen zu sein für Arbeiten an einem anderen Ort, offen zu sein für Weiterbildung, offen zu sein, um sein Geschäftsmodell zu überdenken", befindet Arnoldner.

Er setzt dabei auf Eigenverantwortung. "Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass uns Vater Staat herausboxen wird." Stattdessen müsse eine Kultur des Vertrauens entstehen. Das Unternehmen müsse darauf vertrauen, dass der Mitarbeiter seine Leistung bringe, die Mitarbeiter müssten dieses Vertrauen aber auch erarbeiten.

Der Vorstandschef weiß um den hohen administrativen Aufwand für die Mitarbeiter. Doch sollen sie den Internetanschluss, Monitore und Bürosessel selber zu Verfügung stellen? Arnoldner bejaht diese Frage. Um die Kosten zu decken, schlägt er einen Steuerfreibeitrag vor. Die Höhe sollte bei etwa 50 Euro pro Monat liegen, ein weiterer einmaliger Pauschalbetrag soll einmalige Anschaffungskosten decken.

Er fordert zudem mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten, vor allem in Hinblick auf Kinderbetreuung. Auf die Frage, ob dann auch fixe Arbeitszeiten geändert werden sollen, antwortet er: "Wir brauchen mehr Ergebnisorientierung, weniger Präsenzorientierung." Zeitabsitzen sei für ihn in Zukunft nicht mehr denkbar.

Es sei ihm jedoch bewusst, dass dies nicht ohne einen enormen Kulturwandel passieren werde. Arnoldner gibt sich aber zuversichtlich: "Ich kenne viele CEOs, die sich diese Flexibilität vor der Krise nicht vorstellen konnten. Nun sind sie positiv überrascht."

Die fünfte Mobilfunkgeneration

Um Österreich digital fit zu machen, ist der Ausbau einer 5G-Infrastruktur notwendig. Die fünfte Mobilfunkgeneration kann die Daten rund hundert Mal schneller transportieren als das aktuelle LTE (4G). Die bisherigen waren das analoge mobile Telefonieren sowie die Digitalstandards GSM, UMTS und LTE. Der neue Standard verspricht aber auch kürzere Laufzeiten der Daten (Latenz).

Zuletzt wurden Nutzungsrechte für insgesamt 27 Frequenzpakete aus den Frequenzbereichen 700 MHz (6 Blöcke), 2100 MHz (12 Blöcke) und 1500 MHz (9 Blöcke) vergeben. A1 Telekom hat sich im Rahmen der Auktion zum Ausbau von 349 ländlichen Gemeinden verpflichtet.

Die Kosten dafür seien noch schwer abschätzbar, da die Gemeinden zugeteilt werden und noch nicht sicher sei, welche das sein werden, erklärt Arnoldner.

Der Schritt sei jedenfalls richtig. Denn Covid-19 habe gezeigt, wie wichtig Technologie bei der Bewältigung der Krise war. Und bei Erkenntnissen hält er es wie Winston Churchill: "Never waste a good crisis" - verschwende niemals eine gute Krise.