Die Coronavirus-Pandemie versetzt auch dem Außenhandel einen spürbaren Dämpfer. Im Zeitraum Jänner bis Juli brachen die heimischen Exporte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 10,5 Prozent auf einen Wert von 81,5 Milliarden Euro ein. Noch deutlicher verringerten sich die Importe - um 13,1 Prozent auf 82 Milliarden Euro, wie aus den aktuellen Daten der Statistik Austria von heute, Freitag, hervorgeht. Das Handelsbilanzdefizit verkleinerte sich von 3,33 auf 0,54 Milliarden Euro.

Auf den Verlauf schlugen vor allem die coronabedingten Einschränkungen von März bis Mai durch - da sanken die Ausfuhren um 17,7 Prozent und die Einfuhren um 19,5 Prozent. Vor allem im April und im Mai bremste der Lockdown die Exporte (minus 23,7 Prozent bzw. 25,4 Prozent) und Importe (26,1 Prozent bzw. 24,8 Prozent).

Erholung in den letzten Monaten

Im letzten verfügbaren Berichtsmonat Juli waren die Exportrückgänge nicht mehr stark - die Ausfuhren nahmen gegenüber Juli 2019 "nur noch" um 6,1 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro ab. Die Einfuhren hingegen gingen mit einem Minus von 15,5 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro noch massiver zurück als im Jahresschnitt der ersten sieben Monate.

"Die kräftigsten Corona-Rückgänge hat die österreichische Exportwirtschaft vorerst hinter sich", meinte Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas. Auch in der Coronakrise bleibe die Europäische Union der wichtigster Handelspartner. "Zwei Drittel des Außenhandels fanden innerhalb des Binnenmarktes statt", hielt Thomas fest.

Die größten absoluten Rückgänge hat Österreich heuer in den ersten sieben Monaten mit seinem bedeutendsten Handelspartner Deutschland verzeichnet - mit einem Importminus von 12,5 Prozent auf 28,70 Milliarden Euro und einem Exportminus von 7,9 Prozent auf 24,82 Milliarden Euro.

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Berichtszeitraum Waren im Wert von 55,9 Milliarden Euro (minus 13,0 Prozent). Die Warenlieferungen dorthin bremsten sich um 10 Prozent auf 55,2 Milliarden Euro ein. Das Handelsbilanzdefizit mit der EU schrumpfte von 2,94 Milliarden auf 0,69 Milliarden Euro.

Die heimischen Exporte in Nicht-EU-Länder sanken um 11,7 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro, die Importe aus Drittstaaten verringerten sich um 13,3 Prozent auf 26,1 Milliarden Euro. Im Warenaustausch mit dem Nicht-EU-Raum erzielte Österreich einen Außenhandelsüberschuss von 0,15 Milliarde Euro. (apa)