Die Pleite der Commerzialbank Mattersburg (Cb) ist laut den Gläubigerschutzverbänden KSV1870 und AKV Europa die bisher größte Insolvenz im Burgenland. Nach der Alpine-Gruppe 2013 und der Konsum-Gruppe 1995 handle es sich außerdem um den "drittgrößten Insolvenzfall der österreichischen Wirtschaftsgeschichte", betonte der KSV am Montag nach der Prüfungs-und Berichtstagsatzung am Landesgericht Eisenstadt in einer Aussendung.

373 Gläubiger hätten Forderungen von insgesamt 809 Millionen Euro, 77 Dienstnehmer Forderungen von 3,3 Millionen Euro angemeldet. Die Masseverwalter Gerwald Holper und Michael Lentsch hätten bisher 366 Millionen Euro an Forderungen anerkannt, man gehe aber davon aus, dass noch weitere folgen, sodass die Größenordnung der Passiva rund 800 Millionen Euro betragen werde, so der KSV.

Zum Zeitpunkt der Konkurseröffnung seien 74 Dienstnehmer bei der Commerzialbank beschäftigt gewesen. Mittlerweile gebe es noch zwölf Mitarbeiter, die dem Masseverwalter für die Abwicklung der Insolvenz zur Verfügung stehen, hieß es.

In der Causa Commerzialbank ist am Montag außerdem am Landesgericht Eisenstadt das Konkursverfahren über das Unternehmen Fassadenprofi Stangl eröffnet worden, wie AKV Europa und KSV1870 mitteilten. Die Firma war Kreditnehmer der Commerzialbank und Sponsor des SV Mattersburg. Ihre Insolvenz ist laut eigenen Angaben auch auf die Sicherstellung der auf Guthabensbasis geführten Geschäftskonten im Zuge von Hausdurchsuchungen durch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zurückzuführen.

138 Mitarbeiter und rund 170 Gläubiger sind laut den Gläubigerschutzverbänden betroffen. Zum Masseverwalter wurde Rechtsanwalt Michael Wagner aus Neusiedl am See bestellt. Die Anmeldefrist läuft bis 30. November. Die Prüfungstagsatzung ist für 14. Dezember geplant. Eine Fortführung des - bereits geschlossenen - Unternehmens werde nicht angestrebt, hieß es. Der Betrieb solle liquidiert werden.