Im obersteirischen Mürzzuschlag wurde am Freitag eine Solargroßanlage offiziell in Betrieb genommen. Daran beteiligt sind die Errichterfirma, der Grazer Solaranlagen-Pionier Solid, und die Stadtwerke Mürzzuschlag. Die Anlage Mayerhofwiese hat 5.054 Quadratmeter Hochleistungskollektoren und ist nach jener in Graz-Puchstraße die zweitgrößte Österreichs. Sie versorgt rund 300 Wohnungen mit Fernwärme, ersetzt die Erdgas-Heizkessel im Sommer und spart rund tausend Tonnen CO2 pro Jahr.

Die Eröffnung wurde von der steirischen Umweltlandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) und dem Mürzzuschlager Bürgermeisters Karl Rudischer (SPÖ) sowie dem Geschäftsführer von Solid Solar Energy Systems, Ingmar Höbarth, eröffnet. Die Verteilung der erzeugten Solarwärme erfolgt über das örtliche Fernwärmenetz. In den Sommermonaten wird die in Mürzzuschlag benötigte Wärme künftig zur Gänze solar erzeugt. Die Anlage Mayerhoferwiese wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds sowie des Landes Steiermark finanziell unterstützt.

Land Steiermark fördert mit 200.000 Euro

Der Aktionsplan der steirischen Klima- und Energiestrategie 2030 sieht 109 Maßnahmen vor, die zur Erreichung der steirischen Klimaziele beitragen sollen. Dazu gehört der Ausstieg aus Erdgas. Anstelle dieses fossilen Energieträgers soll die Integration saisonaler Wärmespeicher für solare Wärme in Fernwärmenetze treten. Deshalb wird das Projekt auch seitens des Landes Steiermark mit 200.000 Euro unterstützt.

Mit dem Programm "Solarthermie - solare Großanlagen" fördert der Klima- und Energiefonds seit 2010 die betriebliche Installation solarthermischer Anlagen mit einer Kollektorfläche ab 100 Quadratmetern. Dies schlägt sich in einer Förderung von rund 656.000 Euro für die Solaranlage in Mürzzuschlag nieder.

Die Anlage umfasst drei Wärmespeicher mit insgesamt 180 Kubikmeter Volumen. Geplant und errichtet wurde sie von Solid, betrieben wird sie von der eigens gegründeten SolarWärme MZ GmbH. Diese verkauft auch die Wärme an die Stadtwerke Mürzzuschlag. "Die Hälfte der in Österreich benötigten Energie fließt in die Wärmeversorgung, bei dieser dominiert heute noch fossile Energie. Wir bieten die Lieferung von Solarwärme aus unseren Anlagen an und leisten somit Unterstützung durch den Klima- und Energiefonds und dem Land", sagte Christian Holter, Geschäftsführer der SolarWärme MZ. Man denke bereits über eine Erweiterung der Anlage um weitere 2.000 Quadratmeter nach.

Die Stadtwerke Mürzzuschlag betreiben ein Fernwärmenetz mit einer Trassenlänge von 14 Kilometern. Bisher stammte die gelieferte Wärme schon zu 70 Prozent aus regionaler Biomasse. Ziel ist ein noch höherer Anteil an erneuerbarer Energie bei gleichzeitig niedrigen Emissionen. (apa)