Die Erste Bank lässt aufgrund der aktuellen Bedrohungslage nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt am Dienstag zehn Filialen in der Bundeshauptstadt ganztätig geschlossen. Die Selbstbedienungsfoyers sind in Betrieb, teilte das Geldhaus mit. Vier Filialen sollen ab 12 Uhr mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen geöffnet werden. Die Bank Austria lässt laut Website alle Filialen im ersten Bezirk geschlossen, die BAWAG jene in der Wipplinger Straße und in der Taborstraße.

Bei der Erste Bank bleiben den ganzen Dienstag folgenden Filialen geschlossen: Wallnerstraße, Graben, Kärntner Straße, Ringturm, Rennweg, Linke Wienzeile, Donau Zentrum, Wien Mitte, Riverside (Liesing) und Auhof Center. Zu Mittag öffnen folgende Erste-Filialen: Taborstraße, Mariahilf, Brigittenau (Wallensteinstraße) und Lassallestraße. Neben den Bankfilialen bleiben auch einige Wiener Einkaufszentren am Tag nach dem Attentat geschlossen.

The Mall, Gerngross und Donauzentrum bleiben zu

Mehrere zentrumsnahe Einkaufszentren in Wien sind am Tag nach dem Terroranschlag geschlossen worden. So haben unter anderem "The Mall" beim Bahnhof Wien-Mitte, das Kaufhaus Gerngross auf der Mariahilfer Straße sowie das Donauzentrum entschieden, am Dienstag nicht zu öffnen.

"The Mall" erklärte auf Facebook, das Shopping-Center bleibe "aufgrund der aktuellen Situation vorübergehend geschlossen". Das Kaufhaus Gerngross schrieb, es folge der Empfehlung der Polizei und öffne daher erst am Mittwoch wieder. Auch das Donauzentrum bleibt am Dienstag zu.

Kinder zuhause? Kinderbetreuungspflicht kann geltend gemacht werden

Der Terroranschlag in der Wiener Innenstadt am Montagabend stellt laut Arbeiterkammer keine automatische Dienstverhinderung dar. AK-Arbeitsrechtsexperte Alexander Tomanek empfiehlt, sich mit seinem Arbeitgeber oder Vorgesetzten abzusprechen, wie man sich als Arbeitnehmer verhalten soll, etwa ob nicht ohnehin wegen des Corona-Lockdowns von zu Hause aus gearbeitet werden kann.

Rechtlich besteht eine Dienstverhinderung, wenn der Arbeitsort, beispielsweise aufgrund der Polizeisperren an den Tatorten, nicht erreichbar ist. Auch hier sollte, so Tomanek, Rücksprache mit dem Arbeitgeber gehalten werden. So haben Geschäfte, wie etwa einzelne Bankfilialen, entschieden, für heute zu schließen.

Wer seine Kinder heute wegen der aufgehobenen Schulpflicht zuhause ließ, kann gegenüber dem Arbeitgeber seine Kinderbetreuungspflicht geltend machen, sofern niemand anderer die Betreuung übernehmen konnte.

Wer sich aufgrund der Ereignisse nicht imstande fühlt arbeiten zu gehen oder unter Schock steht, könne aufgrund der psychischen Belastung in Krankenstand zu gehen, muss dies aber ebenfalls dem Arbeitgeber melden und sich, wie sonst auch, von seinem Hausarzt krankschreiben lassen. (apa)