In der Österreich-Tochter der UniCredit, der Bank Austria, haben sich die Zahlen mit dem dritten Quartal gebessert. Ein im ersten Quartal erwachsener und kumuliert auch im Halbjahr noch ausgewiesener Verlust von 55 Millionen Euro ist nach dem dritten Quartal wieder Gewinnen gewichen. Für die ersten 9 Monate 2020 weist UniCredit für das Österreich-Geschäft nun einen kleinen Nettogewinn von 21 Millionen Euro aus. Zum Vergleich: In den ersten neun Monaten 2019 gab es 341 Millionen Euro Gewinn.

Schon die ersten Monate des laufenden Jahres waren bei der Bank Austria von den Auswirkungen der Coronakrise geprägt gewesen, mit entsprechend höheren Vorsorgen für Kredite. Außerdem war im ersten Quartal 2020 eine einmalige Abschreibung von 63 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Beteiligung an den 3-Banken angefallen. Mittlerweile kamen von Oberbank & Co auch wieder bessere Ergebnisse und Gewinnbeiträge für die Bank-Austria-Bilanz.

Deutlich unter Vorjahresquartal

Im dritten Quartal 2020 stand in der UniCredit-Bilanz für die Österreich-Sparte ein Gewinn von 76 Mio. Euro, verglichen mit 3 Millionen im zweiten Quartal und 117 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

In Österreich beschäftigte die Bank Austria als UniCredit-Austria-Division (Privat- und Firmenkundengeschäft, Geschäfte mit gehobenen Privatkunden, ohne Corporate/Investmentbanking) aktuell 4.758 Mitarbeiter, nach 4.853 im Jahr davor (Vollzeitrechnung). In Österreich werden 122 Filialen betrieben.

Plan für Auslandsholding eingefroren

Die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit friert vorerst ihren Plan zur Gründung einer Subholding ein, in der die Auslandstöchter gebündelt werden sollten. Wegen des aktuellen gesamtwirtschaftlichen Umfelds mit den Programmen der Europäischen Zentralbank (EZB) sei der Plan jetzt nicht mehr relevant, erklärte UniCredit-Konzernchef Jean Pierre Mustier bei der Vorstellung der Quartalsergebnisse am Donnerstag in Mailand.

Mustier betonte, dass UniCredit weder Fusionen noch Akquisitionen plane. Gerüchte über eine mögliche Übernahme der krisengeschüttelten Traditionsbank Monte Paschi di Siena (MPS) wollte der Banker nicht kommentieren. "Unser Entwicklungsplan bis 2023 basiert auf der Voraussetzung, dass es weder zu Fusionen noch zu Akquisitionen kommen wird", sagte der Franzose.

Mustier begrüßte den Einstieg von Ex-Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan in den UniCredit-Aufsichtsrat. "Padoan hat eine außerordentliche internationale Erfahrung. Wir sind froh, dass wir mit ihm zusammenarbeiten können", so Mustier. Der 70-jährige Padoan wird im April zum neuen Verwaltungsratspräsidenten der Bank aufrücken. (apa)