Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) hat den Verlust über den Sommer ausgeweitet. Die mit Staatsgeld gerettete Airline schrieb im dritten Quartal ein Minus von 106 Millionen Euro, wie sie am Donnerstag mitteilte. Voriges Jahr stand an dieser Stelle beim bereinigten operativen Ergebnis noch ein Gewinn von 70 Millionen Euro. "Corona hat uns das Sommergeschäft ordentlich versalzen", erklärte Finanzvorstand Andreas Otto.

Nach neun Monaten häufte die AuaAUAbereits einen Verlust von 341 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von 17 Millionen Euro im Vorjahr. Unbereinigt beträgt der Betriebsverlust 404 Millionen Euro. Der Umsatz brach um 74 Prozent auf 414 Millionen Euro ein. Die Kosten wurden auf 806 Millionen Euro halbiert. Bis Ende September flogen rund 2,7 Millionen Passagiere mit der AUA, das ist ebenfalls ein Einbruch um drei Viertel. Die Auslastung sank von 81 auf 65 Prozent und liege aktuell wegen des zweiten Lockdowns "unter 50 Prozent".

Im für Airlines wichtigen Sommerquartal schrieb die AUA heuer nur 93 Millionen Euro an Umsatz, ein Minus von 85 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2019, wo nach 639 Millionen Euro zu Buche standen. Die Coronavirus-Pandemie hat Airlines weltweit hart getroffen. Die AUA erhielt vom österreichischen Staat einen Zuschuss von 150 Millionen Euro sowie einen Kredit über 300 Millionen Euro.

Einbrüche auch über den Winter hinaus

Bisher ist die Fluggesellschaft davon ausgegangen, dass sich das Geschäft langsam erholt. Aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage musste die AUA ihr Flugangebot im Herbst weiter reduzieren. Aktuell geht man davon aus, den ganzen Winter nicht über 20 Prozent Angebot hinauszukommen. Weitere Streichungen stehen bevor. In der Aussendung am Donnerstag betonte die AUA aber, bei Ergebnis und Liquidität über Plan zu sein.

"Der Winter 2020 wird für uns als Airline wie für so viele andere hart und kalt. Was uns aktuell noch Sicherheit gibt, ist die gute Liquiditätssituation, dennoch müssen wir hier alle Maßnahmen und Hebel nutzen, um unsere Kosten und Ausgaben weiter nach unten zu drücken", erklärte Otto. Entscheidend sei der nächste Sommer.

Als Teil des Sparprogramms soll nach den Crew-Basen an den Bundesländer-Flughäfen auch die Wartung dort eingestellt werden. Das betrifft die Technik-Stationen in Graz, Salzburg, Innsbruck und Linz, wie die Aua mitteilte. Verhandlungen laufen auch zur Bodenabfertigung in Salzburg und Klagenfurt.

Zwei Milliarden Verlust bei Lufthansa

Die AUA-Mutter Lufthansa ist im dritten Quartal wegen der Coronakrise noch tiefer in die roten Zahlen geflogen. Von Juli bis September fiel unter dem Strich ein Verlust von zwei Milliarden Euro im Vergleich zu 1,15 Milliarden Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum an, wie die Airline am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz brach wegen der Reisebeschränkungen um 74 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro ein. Im Gesamtjahr wuchs der Fehlbetrag damit auf 5,6 Milliarden Euro.

Die Lufthansa musste in der Krise mit neun Milliarden Euro Finanzhilfen von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien vor einer Insolvenz bewahrt werden. Der Konzern stemmt sich mit Kurzarbeit und Kostensenkungen durch Personalabbau gegen die Krise. Dadurch soll der Abfluss von Barmitteln im vierten Quartal auf 350 Millionen Euro im Monat begrenzt werden. (apa/reuters)