Nachdem seit Freitag die vom Lockdown betroffenen Betriebe einen 80-prozentigen Umsatzersatz beantragen können, meldet sich nun auch der Handel zu Wort und fordert Ersatz für Umsatzausfälle. Viele Geschäfte seien eng mit den im Lockdown weitgehend gesperrten Branchen Gastronomie und Hotellerie verbunden und dadurch selber betroffen. Nicht alle Bereiche des Handels seien gleichermaßen betroffen, aber es müsse auch für den Handel einen Ersatz für die Umsatzrückgänge geben.

"Hier ist Fairness angesagt und rasche Hilfe auch für jene, die derzeit offen halten dürfen. Unsere Händlerinnen und Händler haben sich in dieser Krisensituation ausgezeichnet verhalten, nach den gesundheitlichen Vorgaben gerichtet und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Hilfe der Corona-Kurzarbeit in Beschäftigung gehalten. Für die Belegschaften stehen bald November- und Dezembergehälter beziehungsweise das Weihnachtsgeld an. Das kann viele Betriebe vor massive finanzielle Schwierigkeiten stellen", so Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) am Samstag in einer Aussendung.

Um die Umsatzveränderungen durch den Lockdown messen zu können und daraus Forderungen abzuleiten, hat die Bundessparte Handel gemeinsam mit Economica, dem Institut für Wirtschaftsforschung, ein Tool entwickelt. Hier können Handelsunternehmen im November und Dezember ihre Tagesumsätze einmelden. Damit wolle man die volatile Umsatzentwicklung der Branche aufzeigen. Die von den Betrieben anonymisiert eingegebenen Daten sollen auf Branchenebene für die Arbeit der Interessensvertretung genutzt werden. (apa)