Die Corona-Pandemie hat auch in Sachen Energie Nebenwirkungen: Aufgrund von Home Office, Lockdowns - und damit der verstärkten Anwesenheit zu Hause - steigt der Energieverbrauch in den heimischen Haushalten, und so steigen auch die Kosten, analysiert E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer am Dienstag in einer Pressemitteilung.

In Österreich haben sich allerdings bis September laut E-Control etwas weniger Haushalte und Unternehmen einen neuen Strom-oder Gaslieferanten gesucht als vor einem Jahr. Ein Lieferantenwechsel könnte "gerade in so schwierigen Zeiten wie wir sie derzeit erleben für viele Familien rasch und unkompliziert Geld für das Haushaltsbudget bringen", meint E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. Ein Preisvergleich zahle sich aus und sei "noch dazu denkbar einfach".

Derzeit könne sich ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) Strom im ersten Jahr inklusive Neukundenrabatt - je nach Region - bis zu 270 Euro sparen, heißt es von der E-Control am Dienstag. Ohne Neukundenrabatt sind es bis zu 150 Euro. Bei Gas beträgt die Ersparnis bei einem Durchschnittsverbrauch von 15.000 Kilowattstunden im Jahr bis zu 650 Euro inklusive Neukundenrabatt und bis 355 Euro ohne Neukundenrabatt.

Weniger Wechselwillige

In den ersten neun Monaten haben 234.089 Haushalte und Unternehmen ihren Strom- oder Gaslieferanten gewechselt, geht aus der neuen Marktstatistik der Energieregulierungsbehörde E-Control hervor. Das sind etwas weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, als sich 273.200 Kunden neuen Anbieter gesucht haben.

Den Stromanbieter wechselten von Jänner bis inklusive September fast 177.000 Kunden, darunter rund 137.000 Haushalte. Einen neuen Gaslieferanten suchten sich heuer bisher 57.100 Kunden, darunter 52.179 Haushalte. "Die Wechselrate insgesamt bei Strom betrug heuer bisher 2,8 Prozent und bei Gas 4,3 Prozent", so Urbantschitsch. "Das ist nicht ungewöhnlich, denn das dritte Quartal hat traditionellerweise immer etwas niedrigere Wechselzahlen."

Im Verhältnis zur Kundenanzahl waren laut E-Control weiterhin die Oberösterreicher die eifrigsten Wechsler: 4,5 Prozent suchten sich einen neuen Stromlieferanten (46.479 Kunden) und 6,3 Prozent einen neuen Gaslieferanten (8.990 Kunden). Am zweithäufigsten wurde der Stromanbieter mit jeweils 3,0 Prozent in Wien (47.091 Kunden), Niederösterreich (26.159 Kunden) und Kärnten (rund 11.925 Kunden) gewechselt. Einen neuen Gaslieferanten suchten sich nach den Oberösterreichern am zweithäufigsten die Kärntner mit 5,3 Prozent (726 Kunden), gefolgt von den Niederösterreichern mit 5,1 Prozent (14.995 Kunden). Am Ende des "Wechselfeldes" lag zum wiederholten Male Vorarlberg mit Wechselraten von 1,0 Prozent bei Strom (2.456 Kunden) und 1,9 Prozent bei Gas (720 Kunden). (apa)