Der Uniqa-Versicherungskonzern ist zwar bisher gut durch die Corona-Krise gekommen und hat seine Ergebnisse dabei von Quartal zu Quartal verbessert. Dennoch sollen in Österreich bis Ende 2022 nun rund 600 Stellen gestrichen werden, das ist etwa jede zehnte im Land. Zusätzlich soll ein Drittel der Standorte in Österreich geschlossen werden, erklärte die Uniqa am Donnerstag.

Im Neunmonatsschnitt zählte die Gruppe 12.776 (12.750) Mitarbeiter. Der Personalabbau soll so weit wie möglich durch natürlichen Abgang und einvernehmliche Vertragsauflösungen erreicht werden, hieß es. Die Stellenstreichungen würden heuer den Jahresabschluss um bis zu 110 Millionen Euro belasten. Diesen Aufwendungen stünden aber künftig angestrebte Einsparungen von jährlich bis zu rund 50 Millionen Euro gegenüber. Außerdem würden heuer Wertminderungen auf Firmenwerte in Serbien, Bulgarien und Rumänien von ungefähr 100 Millionen Euro anfallen, hieß es.

In den ersten neun Monaten insgesamt wurde der Vorsteuergewinn (EGT) mit 213,8 Millionen Euro praktisch auf Vorjahreshöhe gehalten, ebenso das den Aktionären zurechenbare Konzernergebnis mit 166,5 Millionen Euro.

Ergebnisse besser als erwartet

Das versicherungstechnische Ergebnis verdoppelte sich sogar auf 124,9 Millionen Euro. Und dies, obwohl man von Jänner bis September wegen der Covid-19-Pandemie mehr als 70 Millionen Euro an zusätzlichen Versicherungsleistungen für Betriebsunterbrechungen und abgesagte Veranstaltungen aufwenden musste. Die gesamten Versicherungsleistungen im Eigenbehalt sanken in den drei Quartalen um 3,0 Prozent auf 2,705 Milliarden Euro.

Die Q3-Ergebnisse lagen deutlich über den Analystenprognosen. Experten hatten im Schnitt nur mit 148 Millionen Euro EGT und 115 Millionen Euro Nettogewinn gerechnet. Fürs erste Quartal hatte die UNIQA einen EGT-Verlust von 14 Millionen Euro vermeldet, fürs zweite Quartal 69 Millionen Euro im Plus, somit 55 Millionen Euro fürs Halbjahr.

Kosten stiegen

Die Kostenquote lag in den neun Monaten bei 27,0 (26,3) Prozent, zuletzt im dritten Quartal bei 25,9 Prozent. Die Combined-Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen - betrug erneut 95,9 Prozent. Die gesamten Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb stiegen um 2,8 Prozent auf 1,047 Milliarden Euro (dabei die Versicherungsabschluss-Aufwendungen um 0,3 Prozent auf 678,1 Millionen Euro und die sonstigen Aufwendungen (Verwaltungskosten) um 7,2 Prozent auf 381,1 Millionen Euro).

An verrechneten Bruttoprämien wurden 4,092 Milliarden Euro eingenommen, ein leichtes Minus von 0,1 Prozent. Auf laufende Prämien entfielen 4,025 Milliarden Euro (+0,2 Prozent), während die Einmalerläge in der Lebensversicherung strategiekonform um 16,7 Prozent auf 66,7 Millionen Euro zurückgingen. Die abgegrenzten Prämien im Eigenbehalt (nach IFRS) stiegen um 0,3 Prozent auf 3,653 Milliarden Euro.

Weniger Lebens-, mehr Krankenversicherungen

In Schaden/Unfall wuchsen die verrechneten Prämien um 1,0 Prozent auf 2,225 Milliarden Euro, in der Krankensparte um 3,2 Prozent auf 882,8 Millionen Euro. In der Lebensversicherung, die branchenweit ein Minus schreibt, sanken die Einnahmen inklusive der Sparanteile der fonds- und der indexgebundenen Lebenspolizzen um 5,3 Prozent auf 983,8 Millionen Euro. Der wesentliche Treiber dieser Entwicklung in Leben sei "weiterhin die geringere Nachfrage verursacht durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld".

In Schaden/Unfall betrug das EGT 60,4 Millionen Euro, fast 37 Prozent weniger. In der Krankenversicherung legte es um gut 20 Prozent auf 74,7 Millionen Euro zu und stieg in Leben um 37 Prozent auf 78,8 Millionen Euro.

Das Kapitalanlage-Ergebnis sank von Jänner bis September um 8,9 Prozent auf 397,8 Millionen Euro - voriges Jahr gab es in der Zeit rund 45 Millionen Euro an realisierten Gewinnen aus Immobilien-Veräußerungen, heuer dagegen keine. Der Kapitalanlagebestand der Gruppe wuchs per 30.9. gegenüber Ende 2019 von 20,625 Milliarden auf 20,666 Milliarden Euro.

Einen Ergebnisausblick auf das Gesamtjahr gibt es "aufgrund der anhaltend hohen Unsicherheiten hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen und finanziellen Entwicklungen" weiterhin nicht. (apa)