Die Corona-Pandemie hat Österreichs Online-Händlern mehr Geschäft beschert, bestätigten 32 Prozent von ihnen im Rahmen einer aktuellen Studie. Auf Kundenseite orten 39 Prozent der Händler allerdings wachsende Bedenken in Sachen Sicherheit. Die Angst, ein Opfer von Betrug zu werden, ist deutlicher als zuvor.

Insbesondere die Weitergabe von persönlichen Daten wie Kreditkartennummer oder Kontoverbindung gilt als sensibel: So bezahlten schon 2018 immerhin 35 Prozent der europäischen Käufer online prinzipiell niemals mit Kreditkarte, weil sie ihre Daten nicht bekanntgeben wollten, fand damals das Meinungsforschungsinstitut Marketagent heraus.

Dieser Trend scheint sich durch Corona noch verstärkt zu haben, so das Ergebnis der Studie des Zahlungsdienstleisters Paysafe. Denn mittlerweile geben bereits 46 Prozent aller Händler an, dass Konsumenten neue Zahlungsformen abseits der Kreditkarte suchen, weil sie deren Sicherheit anzweifeln. Daher bieten Österreichs Online-Händler seit Ausbruch der Pandemie vermehrt alternative Bezahlformen an. Knapp ein Fünftel (18 Prozent) hat eine für sie gänzlich neue Bezahloption in ihren Check-out integriert, etwa digitale Wallets oder bargeldbasierte Lösungen wie Paysafecash. Immerhin 10 Prozent bieten nun sogar mehr als eine zusätzliche Bezahloption neu an.

Sicherheit beim Bezahlen Schlüsselkriterium

Sicherheit gilt als Schlüsselkriterium für Unternehmen, wenn es um die Akzeptanz von Online-Zahlungen geht, stellte der Zahlungsdienstleister bei seinen Forschungen zwischen 2018 und 2019 fest. Trotz eines beispiellosen Jahres bleibt dies somit das Hauptanliegen der Unternehmen bei Zahlungen. "Unsere Untersuchungen zeigen, dass Sicherheit mehr denn je eine Priorität geworden ist. Wir wissen, dass kriminelle Aktivitäten wie Betrug historisch gesehen während nationaler und globaler Krisen zunehmen, und diese Pandemie bildet da keine Ausnahme", meinte dazu Udo Müller, Chef der Wiener Paysafe-Niederlassung. 

An der aktuellen Studie nahmen 154 Online-Händler in Österreich im September 2020 teil. Insgesamt wurden 1.100 Online-Händler in den USA, Großbritannien, Kanada, Bulgarien, Italien, Deutschland und Österreich befragt. International gesehen sahen die Online-Händler übrigens bei der Sicherheit von Zahlungslösungen mit 45 Prozent Zustimmung eine höhere Priorität als bei Zuverlässigkeit (36 Prozent), Kosten (3 Prozent) oder der einfachen Integration (22Prozent).

Eine Paysafe-Untersuchung unter 8.000 Konsumenten im April 2020 hat zudem ergeben, dass der Schutz vor Verlusten durch Betrug (34 Prozent) und die sichere Aufbewahrung von Finanzdaten vor Betrügern (32 Prozent) die beiden Hauptgründe für Konsumenten waren, sich für eine bestimmte Zahlungsmethode zu entscheiden. Mehr als die Hälfte (51Prozent) von ihnen würde sogar jede Sicherheitsmaßnahme akzeptieren, um ihre Daten sicher verwahrt zu wissen, selbst wenn sich dies negativ auf das Einkaufserlebnis auswirkt. 25 Prozent gaben an, dass sie dafür mehr Unannehmlichkeiten als aktuell in Kauf nehmen würden. (mojo)