Spitzengeschwindigkeit 140 Kilometer pro Stunde, 1100 Kilometer Reichweite – und das alles fast ohne Emissionen. Drei Monate wurde der Wasserstoffzug "Coradia iLint" des französischen Herstellers Alstom auf Österreichs Schienen getestet. Das Fazit fällt gut aus: Die ÖBB sind mit dem Probelauf zufrieden, heißt es in einer Aussendung. Die Technologie habe gut funktioniert, sagt ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder. Der Fahrplan konnte eingehalten werden, der Zug verfügte zu jeder Zeit über ausreichend Wasserstoffreserven.

Der Zug war auf der Strecke der Aspangbahn bzw. der Thermenbahn von Wien über Wiener Neustadt nach Fehring und auf der Strecke zwischen Wiener Neustadt und Puchberg am Schneeberg unterwegs. Die Fahrgäste waren laut ÖBB mit der "Laufruhe" des Zugs sehr zufrieden.

Kosten noch unklar

Der Zug setzt Maßstäbe in Sachen Klimaschutz. Die Brennstoffzellen am Dach des Zugs setzen beim Betrieb kein Kohlendioxid frei, es entsteht nur Wasserdampf und Kondenswasser, das auf die Gleise tropft. Nun werden die während des Tests gesammelten Daten im Rahmen einer Studie des Austrian Institute of Technology (AIT) und des HyCenta evaluiert. Auf den Erkenntnissen will die ÖBB über einen möglichen Einsatz des Wasserstoffzugs entscheiden.

Bis 2030 will die ÖBB ihre Dieselflotte aus rund 400 Fahrzeugen komplett durch alternative Antriebe wie Batterie- und Wasserstoffantrieb ersetzen. Ob die ÖBB Wasserstoffzüge anschaffen will und wie viele es dann werden, steht noch nicht fest. "In den kommenden Monaten werde evaluiert, wie viel Gesamtkosten der Zug im System verursacht", sagt Rieder. Es komme vor allem darauf an, wie viel der grüne Wasserstoff kosten wird. Um den Zug zu betanken, müsse auch in eine entsprechende Tank-Infrastruktur investiert werden.