Die Verlängerung der Schließungen von Gastronomie und Hotellerie wird von finanziellen Hilfen seitens des Staates begleitet, so kündigte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) am Mittwoch eine Verlängerung des Umsatzersatzes bis Jahresende an.  Auch für die Kultur, die großteils geschlossen bleibt, soll es weiter Unterstützungen geben.

Der Umsatzersatz, der nun bis zum Jahresende für jene Firmen verlängert wird, die vorerst weiter nicht öffnen dürfen, sieht jedoch anders aus: Die Corona-Hilfe wird sich nicht wie bisher auf 80 Prozent, sondern auf 50 Prozent belaufen, teilte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) am Mittwochnachmittag mit.

Beantragbar wird der Umsatzersatz für den verlängerten Lockdown demnach ab 16. Dezember sein, wie gehabt über FinanzOnline. Gastronomie und Hotellerie dürfen erst am 7. Jänner 2021 wieder öffnen.

Ab Jänner nur mehr Fixkostenzuschuss

Für die ersten Jännertage, in denen nach aktuellem Stand Hotels und Gastronomie geschlossen bleiben, können die Unternehmen nur mehr die weitere Corona-Hilfe des Fixkostenzuschusses beantragen.

"Durch die Verlängerung des Lockdown werden wir für die Phase bis 31.12. den Umsatzersatz verlängern - bis 50 Prozent im Vergleichszeitraum werden hier ersetzt werden", sagte der Finanzminister. Den Staat werde das rund eine Milliarde Euro zusätzlich kosten. "Diese Verlängerung ist einmalig." Es handle sich um ein kurzfristiges Instrument zur Überbrückung der "sehr schwierigen Situation". Danach gebe es den Fixkostenzuschuss. Gearbeitet werde auch an einer Hilfe für Vorlieferanten.

"Die Maßnahmen, die wir jetzt setzen, haben unmittelbare Auswirkungen ob und wie schnell wir 2021 wieder in allen Bereichen aufmachen können", so Blümel. "Der Dezember ist für viele Betriebe einer der wichtigsten Monate im ganzen Jahr. Trotz der jetzt schwierigen Zeit machen wir mit den Corona-Maßnahmen eine Wintertourismussaison 2021 perspektivisch noch möglich." Die Maßnahmen hätten Auswirkung "auf Wachstum, auf Arbeitsplätze und das Überleben von Unternehmen. Und natürlich auch auf das Budget, die Verschuldung und den Staatshaushalt", so Blümel.

Für den Umsatzersatz, den Gastronomie und Hotellerie seit 6. November und andere im Lockdown geschlossene Unternehmen seit einer Woche beantragen können, wurden bisher 71.886 Anträge für 1,6 Milliarden Euro gestellt. Die Hälfte des Geldes (828 Millionen Euro) ist bereits ausbezahlt.

Der harte Lockdown habe Wirkung gezeigt, aber die Infektionszahlen seien noch immer hoch, so dass man nur "sehr behutsam Öffnungsschritte setzen können", hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zuvor erklärt. Er appellierte eindringlich an die Bevölkerung, sich an die Maßnahmen zu halten und soziale Kontakte auf das notwendigste Minimum zu beschränken. "Die Pandemie ist nicht vorbei, das Virus ist bei uns. Die Ansteckungszahlen sind auf extrem hohen Niveau." (apa)