Ryanair schließt mit Jahresende seine Basis in Wien. Daher werden auch die bisher drei Boeing-Maschinen nicht mehr in Wien stationiert sein. Die Mitarbeiter von Ryanair in Wien wurden vor die Alternative gestellt, nach Dublin, Athen oder Thessaloniki umzuziehen oder ihren Job zu verlieren, schreibt das Luftfahrtportal "aviation.direct" unter Berufung auf ein internes Schreiben von Ryanair.

Unklar sei, wie viele Mitarbeiter von der Schließung der Basis in Wien betroffen sein werden, so das Portal. Ryanair ist die Muttergesellschaft der österreichischen Laudamotion, die allerdings inzwischen den Flugbetrieb eingestellt hat. Das Geschäft ist auf die in Malta neu gegründete Lauda Europe übergegangen, österreichisch ist nur mehr der Name.

Ryanair bleibt ab 1. Jänner mit den Töchtern Lauda Europe und der polnischen Buzz vertreten, die hier Flugzeuge stationiert haben, schreibt "aviation.direct". Angeflogen wird Wien außerdem von der ebenfalls zu Ryanair gehörenden Malta Air und der Muttergesellschaft des Konzerns, der Ryanair DAC, die aber hier keine Flugzeuge stationiert haben. Alle Tochterunternehmen fliegen unter Ryanair-Flugnummern.

Dubiose Geldtransporte mit Laudamotion

Am Dienstagabend hatten das Magazin "profil", der ORF-"Report" sowie die deutsche Zeitung "Welt" und der deutsche Südwestrundfunk (SWR) berichtet, dass bei der Ryanair-Tochter Laudamotion große Summen an Bargeld, die aus Bordverkäufen stammten, in den Fliegern der Airline von den Mitarbeitern quer durch Europa transportiert und schließlich nach Dublin - dem Firmensitz der Konzernmutter Ryanair - gebracht worden sein sollen.

Ryanair habe auf diese Art hohe Bargeldbeträge außer Landes geschafft, so die Gewerkschaft vida, die hinter dem Vorgehen steuerliche Gründe vermutet. Bis zu 60.000 Euro seien so von einer Station zur nächsten geflogen worden, aufgeteilt in Tranchen von knapp unter 10.000 Euro pro Laudamotion-Bordmitarbeiter, hieß es in den Medienberichten. Die Gewerkschaft forderte am Mittwoch eine Steuerprüfung des Unternehmens.

Der Transport von Bargeld ist in der EU generell legal und nicht mit einer Höchstgrenze limitiert. Beträge von mehr als 10.000 Euro müssen jedoch beim Zoll deklariert werden. (apa)