Im vergleichsweise von der Coronakrise schwächer getroffenen dritten Quartal hat sich die Beschäftigtenzahl erholt. Sie stieg im Vergleich zum Vorquartal um 146.200 bzw. 3,5 Prozent an. Trotzdem waren um 31.100 Menschen weniger in Beschäftigung als im dritten Quartal 2019. Die Zahl der offenen Stellen brach verglichen zum Vorjahresquartal um ein Fünftel (-28.500 Stellen auf 99.900) ein. Arbeitslose gab es um 59.600 mehr als im Jahr davor. 700.900 Menschen waren im Homeoffice.

Damit haben 19,6 Prozent aller Erwerbstätigkeit Telearbeit verrichtet, berichtete die Statistik Austria am Mittwoch. Gegenüber dem Vorquartal entsprach das einem Minus von 11 Prozentpunkten. Rein coronabedingt von zu Hause aus gearbeitet haben nur mehr 8,5 Prozent der Erwerbstätigen (-14,3 Prozentpunkte). Auch im dritten Quartal wurde mit steigendem Bildungsniveau und mit höherer beruflicher Qualifikation häufiger von zu Hause aus gearbeitet.

Information und Kommunikation von Zuhause aus

Frauen und Männer haben sich seit dem zweiten Quartal angeglichen und verrichteten annähernd zu gleichen Teilen Telearbeit. Zu den Branchen mit den höchsten Homeoffice-Anteilen zählten im dritten Quartal weiter Information und Kommunikation (59,3 Prozent), Finanz-und Versicherungsdienstleistungen (44,8 Prozent) sowie Erziehung und Unterricht (40 Prozent). Den größten Rückgang bei coronabedingtem Homeoffice wiesen Erwerbstätige in der Branche Erziehung und Unterricht (-39,6 Prozentpunkte) und Personen in akademischen Berufen (-27,7 Prozentpunkte) auf.

Im laufenden vierten Quartal dürften wegen des Lockdowns wieder mehr Menschen von zu Hause aus gearbeitet haben als im dritten Quartal. Derzeit verhandeln die Sozialpartner neue, langfristige Regeln für das Homeoffice, die ab dem kommenden Jahr gelten sollen. Der pandemiebedingte Schub bei dieser Arbeitsform macht dies notwendig.

Die Zahl der Arbeitslosen nach internationaler Definition stieg seit dem zweiten Quartal 2020 nur leicht auf 263.300 Personen (+11.600) an. Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 lag die Arbeitslosigkeit coronabedingt um 59.600 bzw. 29,3 Prozent aber sehr deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenquote nach ILO-Definition war mit 5,7 Prozent um 1,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Männer und Frauen waren nahezu gleich häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Überdurchschnittlich stark ist die Arbeitslosenquote bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss auf 13,8 Prozent (+3 Prozentpunkte) sowie bei Personen mit Lehrabschluss auf 4,8 Prozent (+1,5 Prozentpunkte) angewachsen. Bei Akademikerinnen und Akademikern fiel der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr am geringsten aus.(apa)