Die UBS zieht sich teilweise aus Österreich zurück. Die Schweizer Großbank verkauft das lokale Geschäft mit reichen Privatkunden an die liechtensteinische LGT, wie die beiden Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Mit der Übernahme könne die Fürstenbank ihre Kundengelder in Österreich um rund vier Milliarden auf etwa zwölf Milliarden Euro steigern. Damit werde LGT zur führenden Bank für vermögende Privatkunden in dem Markt. Das Geschäft sei profitabel. Zum Preis hätten die beiden Parteien Stillschweigen vereinbart. Das Asset Management von UBS in Österreich bleibe bei der Großbank. Zudem betreue die Bank weiterhin österreichische Kunden aus der Schweiz und von anderen Standorten aus.

Die LGT übernehme die rund 60 Mitarbeiter von UBS Wealth Management in Wien und Salzburg. Das Institut, das seit 2007 mit einer eigenen Bank in Österreich tätig ist, beschäftige in dem Land 170 Personen. Neben Österreich betreuten diese auch osteuropäische Märkte. Die Vereinbarung stehe unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Die Transaktion dürfte im dritten Quartal 2021 abgeschlossen werden. Ingesamt verwaltet die im Besitz der Fürstenfamilie von Liechtenstein stehende LGT rund 219 Milliarden Franken. Die UBS ist mehr als zehn Mal größer.

"Unser inländisches Wealth-Management-Geschäft in Österreich hat sich über die vergangenen Jahre gut und nachhaltig profitabel entwickelt", erklärte Landes-Chef Wolfgang Eisl. "Allerdings ist unser Marktanteil vergleichsweise gering." Als Teil von LGT seien die Wachstumsaussichten des Geschäfts besser. "Kunden und Mitarbeiter in Österreich werden davon profitieren, Teil eines größeren Inlandsgeschäfts in Österreich zu werden", sagte Europa-Chefin Christl Novakovic. Ein Sprecher ergänzte, dass die UBS verstärkt auf große europäische Märkte wie Deutschland, Italien, Großbritannien oder Skandinavien setze und dort auch in neue Mitarbeiter und andere Wachstumsprojekte investieren werde. "Unser Vermögensverwaltungsgeschäft entwickelt sich extrem gut", erklärte Novakovic. (reuters)