Der laut Verhandlerkreisen fixierte dritte Corona-Lockdown von 26. Dezember bis 18. Jänner 2021 würde laut Handelsverband den Betrieben bis zu 3 Milliarden  Euro Umsatz kosten. Auch in den beiden anderen Lockdowns hätte der Umsatzausfall rund 900 Millionen Euro pro Woche betragen, sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will zur APA.

Will warnte davor, dass ein dritter harter Lockdown die wirtschaftliche Lage der Handelsbetriebe verschärfen und 60.000 Arbeitsplätze akut gefährden würde. Das angedachte "Freitesten", um Geschäftslokale ab 18. Jänner betreten zu können, wäre ein Amazon-Förderungsprogramm und würde dem stationären Handel Kunden und Existenzgrundlage entziehen, kritisierte der Handelsverband-Geschäftsführer. Handelsmitarbeiter könnten auch nicht die Kontrollfunktion für das "Freitesten" übernehmen. "Sinnvoller wäre ein Positiv-Anreiz in Form von Einkaufsgutscheinen für alle, die sich freiwillig testen lassen", so Will. Der Verband drängt außerdem darauf, dass kontaktloses "Click & Collect" (online bestellen und dann persönlich abholen gehen, Anm.) im Falle eines dritten Lockdowns unbedingt erlaubt sein müsse.

Kritik an Kommunikationspolitik der Regierung

Die Zeit nach Weihnachten ist für den Handel auch wirtschaftlich wichtig. "Das Weihnachtsgeschäft zwischen den Feiertagen ist von enormer Bedeutung, da Menschen Geld-, Gutschein- und Warengeschenke einlösen oder umtauschen", sagte Will.

Der Handelsverband ist ein Verein und die Interessensvertretung von über 4.000 Handelsbetrieben. Der Verband fordert von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in der Coronakrise auch eine bessere Informationspolitik. "Transparente Kommunikation ist die Basis für Planungssicherheit, sowohl für die Konsumenten als auch für die Händler. Was wir nicht brauchen können, sind vage Ankündigungen über etwaige Verschärfungen ohne entsprechend vorbereitete Verordnungen", sagte Handelsverbands-Geschäftsführer Will.

Sollte der dritte Lockdown heute fixiert werden, fordert der Handelsverband einen Umsatzersatz von jedenfalls 80 Prozent. Außerdem müssten auch indirekt betroffene Unternehmen entschädigt werden. Auch die Förderobergrenze von 800.000 Euro müsse auf jeden Fall dringend entfallen, um mittelständischen und großen Händler zu helfen. (apa)