Bis zum sprichwörtlich letzten Moment herrschte Unklarheit und wurde darum gefeilscht: Erst am Tag vor dem geplanten Saisonstart für die österreichischen Skigebiete am 24. Dezember steht fest: FFP2-Masken für Skifahrer werden nur in geschlossenen Gondeln sowie auf jenen Sesselliften verpflichtend sein, die eine Abdeckungsmöglichkeit haben. Für alle anderen Aufstiegshilfen reicht also ein konventioneller Mund-Nasen-Schutz aus.

Konkret sieht die Verordnung hier als mindeste Sicherheitsmaßnahmen vor:

  • 50-prozentige Auslastung in Gondeln und auf abdeckbaren Sesseln;
  • Seilbahnen sind geöffnet;
  • Abstand mindestens 1 Meter etwa beim Anstellen;
  • FFP2-Masken ab 14 Jahren (ab 6 Jahren Mund-Nasen-Schutz);
  • verpflichtender Mund-Nasen-Schutz in Freiluftbereichen von Seil- und Zahnradbahnen.

Regional sind natürlich noch weitere Maßnahmen möglich.

Für den Obmann der Salzburger Liftbetreiber, Erich Egger, ist das nur logisch: "Unserer Ansicht nach ist diese Vorschrift verfassungswidrig, weil sie gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt", hatte er am Dienstagnachmittag via Aussendung erklärt, als man noch von einer generellen FFP2-Maskenpflicht ausgehen musste. "Während man in Wien mit einem einfachen Mund-Nasen-Schutz U-Bahn fahren darf, braucht es in den Skigebieten eine hochwertige medizinische Maske, damit man sich in der freien Natur am Berg bewegen darf." Er hatte auch betont, dass die Seilbahnbetreiber ohnehin alles Mögliche tun werden, um ihre Gäste vor Ansteckungen zu schützen: "Vorrichtungen wie Absperrungen und Bänder werden für den erforderlichen Abstand sorgen. Wir stellen auch Mitarbeiter ab, um die Gäste darauf aufmerksam machen, wie sie das Ansteckungsrisiko minimieren können."

"Piste runter - Helm runter - Maske rauf - Helm rauf - Helm runter - Maske runter - Helm rauf? Das funktioniert in der Realität nicht."

Der Privatdozent und Staatsrechtler Bernhard Müller hätte eine generelle FFP2-Maskenpflicht für verfassungswidrig gehalten. Die Maßnahme wäre zwar wichtig, er würde aber "eine sachliche, nachvollziehbare Begründung" vermissen. Die Regierung hätte aus den Aufhebungen sämtlicher Corona-Maßnahmen durch den Verfassungsgerichtshof lernen müssen, betonte der Verfassungsjurist am Dienstag gegenüber der APA. "Gleiches muss gleich behandelt werden." Im Handel oder den öffentlichen Verkehrsmitteln gelte auch keine FFP2-Maskenpflicht, obwohl dort die Gefahr einer Ansteckung nicht geringer sei als in der Schlange am Skilift.

Abgesehen davon müsse eine geeignete Maßnahme, die vor Ansteckung schütze, auch praktikabel sein: "Wie stellen sich das die Politiker konkret vor? Piste runter - Helm runter - Maske rauf - Helm rauf - Helm runter - Maske runter - Helm rauf? Das funktioniert in der Realität nicht."

Einen Schlauchschal halte er indes für "eine unheimlich praktikable Sache", den könne man ja auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln tragen. "Warum das eine so, das andere so?" Er persönlich sei der Meinung, bei der FFP2-Maskenpflicht gehe es um die Außenwirkung , es liege wohl am "Murks, der uns in den Skigebieten passiert ist", mutmaßte Müller. "UNd damit es nicht so blöd ausschaut, ziehen wir die Öffnung eben mit Maske durch. FFP2-Masken schienen derzeit ja in Mode zu sein." (apa/red)