Die Corona-Krise hat die Exporte in allen Bundesländer mit Ausnahme Wiens einbrechen lassen. Besonders hoch war das Minus im ersten Halbjahr 2020 in den exportstarken Bundesländern. Oberösterreich blieb trotz des Rückgangs Exportbundesland Nummer eins. Österreichs Ausfuhren beliefen sich auf insgesamt 68,51 Milliarden Euro. Über ein Viertel - 17,2 Milliarden Euro - entfiel auf Oberösterreich. Mit Abstand folgten die Steiermark und Wien mit je 10 Milliarden Euro, teilte die Statistik Austria am Montag mit.

"Fast alle österreichischen Bundesländer mussten aufgrund der Covid-19-Pandemie in der ersten Jahreshälfte 2020 kräftige Rückgänge im Außenhandel hinnehmen. Besonders deutlich brachen die Exporte in der Steiermark mit minus 21,9 Prozent, in Niederösterreich mit minus 14,5 Prozent und in Oberösterreich mit minus 13,9 Prozent ein, wo der Außenhandel stark von Fahrzeug- und Maschinenbau geprägt ist. Lediglich Wien konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit plus 0,5 Prozent ein leichtes Exportplus verbuchen, dort machten pharmazeutische Erzeugnisse den größten Anteil der Exporte aus", sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Im ersten Halbjahr 2020 gab es im gesamtösterreichischen Außenhandel Rückgänge in Höhe von minus 11,7 Prozent beim Export, sowie minus 12,6 Prozent beim Import. Beim Import wies Tirol als einziges Bundesland einen Zuwachs aus, dieser stieg um 4,7 Prozent. Wie im ersten Halbjahr 2019 verbuchten auch in der ersten Hälfte 2020 fünf Bundesländer einen Handelsbilanzüberschuss; das heißt, es wurden wertmäßig mehr Waren von diesen Bundesländern exportiert als importiert. Das höchste Aktivum (Handelsbilanzüberschuss) entfiel dabei auf Oberösterreich mit 4,02 Milliarden Euro, gefolgt von der Steiermark mit 2,18 Milliarden Euro und Vorarlberg mit 1,17 Milliarden Euro. Das deutlichste Passivum verzeichnete Wien mit 6,57 Milliarden Euro.

Deutschland blieb wichtigster Handelspartner für Bundesländer

Auch die Covid-19-Pandemie hat nichts an der Wichtigkeit von Deutschland für den Außenhandel der österreichischen Bundesländer geändert. Wie in der Vorjahresperiode war Deutschland auch in der ersten Jahreshälfte 2020 für alle österreichischen Bundesländer sowohl bei den Ein- als auch bei den Ausfuhren der wertmäßig bedeutendste Handelspartner. Bei den Importen spielt China in fast allen Bundesländern eine immer wichtigere Rolle und gehört mit Ausnahme Tirols zu den drei wichtigsten Handelspartnern. (apa)