Die heimischen Tourismusunternehmen hoffen, am 25. Jänner wieder aufsperren zu dürfen. "Wir müssen wieder raus aus dem Lockdown", forderte Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) beim traditionellen Neujahresempfang, der heuer virtuell stattfand. Der Oberösterreicher war im Juli Petra Nocker-Schwarzenbacher an der Spitze der Tourismussparte nachgefolgt.

"Wir warten auf viele Impfdosen, aber wir brauchen aber auch eine Dosis Zuversicht und Planungssicherheit", betont er.  Hotels hätten 14 Tage Vorlaufzeit,  Gastronomiebetriebe eine Woche. Seeber: "Wir müssen jetzt bald einmal etwas wissen." Sollte der Lockdown verlängert werden, müsse es zusätzliche Hilfen für die Branche geben. Sollte es zu einem Lockdown kommen, der sich über den Februar zieht, sei die Saison jedenfalls gelaufen.

Laut einer Umfrage des Market-Instituts rechnen zwei Drittel der Tourismusunternehmen in der Wintersaison mit einem Minus von zumindest 50 Prozent, bei der Auslastung hoffen Gastronomie und Hotellerie auf 30 Prozent. Hauptsorge ist die Unsicherheit rund um die Corona-Maßnahmen und Beschränkungen sowie die Reisewarnungen anderer Länder. Die Unterstützungsmaßnahmen der Regierung sind von zentraler Bedeutung für die Betriebe. Umsatzersatz, Fixkostenzuschuss, Steuersenkung und Härtefallfond werden dabei als am wichtigsten genannt. Auch die Verlängerung der Kurzarbeit sei absolut notwendig, so Seeber.

In der laufenden Saison zeigt sich einmal mehr die Abhängigkeit der Skigebiete im Westen von ausländischen Gästen, vorwiegend aus Deutschland und den Niederlanden, die derzeit ausbleiben.  "Wir haben im Osten eine Auslastung, die sich sehen lassen kann", sagt Seeber. Und das trotz Kapazitätsbeschränkungen und längerer Wartezeiten. Jedoch: "In den großen Skigebieten Westösterreichs haben wir eine komplett konträre Situation." Dort gebe es Ausfälle im Ausmaß von 90 Prozent oder darüber.

Die aktuelle Stimmungslage in der Bevölkerung rund um den Winterurlaub ist aktuell noch etwas zurückhaltend. Nur etwa ein Viertel der Befragten Bevölkerung plant einen Winter-Urlaub. (ede)