Österreich muss zumindest einen Teil der Geschäftswelt rasch wieder öffnen, alles andere wäre eine Arbeitsplatzvernichtung. Eine "Schließung bis März ist für mich vollkommen undenkbar", sagte Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer am Freitagnachmittag vor einem Gespräch mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Am Samstagvormittag bespricht Kurz noch einmal mit allen Sozialpartnern die Lage.

Ein so langer Lockdown wie in Deutschland, wo eine Verlängerung bis Ostern, also bis Anfang April, in Diskussion ist, wäre inhaltlich nicht argumentierbar, sagte Mahrer zur APA. "Das ist keine Option, weil auch die Situationen nicht vergleichbar sind". Er verweist darauf, dass Österreich nun flächendeckende Tests anbiete, dass besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen geimpft werden und dass zusammen mit Masken und Berufsgruppentests "eine Batterie von Werkzeugen" im Kampf gegen das Coronavirus zur Verfügung stehe.

Öffnen unter Auflagen

Zugleich räumt Mahrer ein, dass man nicht alles auf einmal aufsperren und auch nicht die Vorsichtsregeln wie Masken und Abstände über Bord werfen dürfe. Die Regierung müsse nach Beratung mit Virologen entscheiden, wo die Ansteckungsgefahr zu groß sei, aber Großveranstaltungen würden wohl noch warten müssen, so Mahrer. Auch sehe er ein, dass die neue britische Mutation des Coronavirus, die sich deutlich schneller verbreitet, eine neue Situation geschaffen habe, die berücksichtigt werden müsse.

Mahrer verweist auch darauf, dass sich das Virus nicht in den Geschäften verbreite. Dass im Lockdown die Fallzahlen nicht sinken, weise ebenfalls darauf hin, und wenn man höre, dass sich Privatpersonen zehn Essen nach Hause liefern lassen, "dann wissen wir, was los ist".

Mahrer fordert aber nicht eine bedingungslose Öffnung noch Ende Jänner. Auf die Frage, ob Geschäfte erst Mitte Februar öffnen könnten, sagte Mahrer: "Ich bin mir ganz, ganz sicher, dass Anfang Februar etwas gehen muss", auch wenn es vielleicht am 25. Jänner noch nicht möglich sein sollte, weil die Verteilung von FFP2-Masken noch nicht funktioniere. Grundsätzlich müsse man sich anschauen, wie die Impfungen wirken, wann die breiten Tests anfangen und wie es mit den FFP2-Masken funktioniert.