Wenn in der Skination Österreich zur Winter-Hochsaison, den Semesterferien im Februar, alle Hotels und Gastronomiebetriebe geschlossen bleiben und die Urlauber aus dem eigenen Land ebenso wie dem Ausland zu Hause bleiben müssen, hat dies schwerwiegende Folgen.

Aktuell verzeichnet man in  Österreich 533.000 Arbeitslose, 65.000 davon befinden sich derzeit in Schulungen, berichtete Arbeitsminister Martin Kocher bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien. Das entspricht in etwa den Werten der Vorwoche, betonte er dann. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 112.596 Arbeitslose mehr.

Der fehlende Saisonstart im Tourismus habe sich in diesen Zahlen bereits niedergeschlagen, so Kocher weiter. Rund ein Drittel der krisenbedingten Arbeitslosen entfällt auf den Tourismus. Die Zahl der Arbeitslosen in diesem Sektor hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund 40.000 erhöht. 

Ein Viertel der Kurzarbeiter im Tourismus

In Kurzarbeit sind derzeit 440.000 Menschen in Österreich, führte der Arbeitsminister weiter aus. Das sind 25.611 mehr als in der Vorwoche, vor der Verlängerung des aktuellen Lockdowns bis in den Februar hinein. Der Tourismus stellt mittlerweile ein Viertel aller Kurzarbeiter. "70 Prozent aller Unselbstständigen aus diesem Sektor befinden sich derzeit in Kurzarbeit", so Kocher. Er betonte, dass sich die Verlängerung des aktuellen Lockdowns zwar auf die Kurzarbeit ausgewirkt habe, nicht jedoch auf die Arbeitslosenzahlen.

Bisher wurden rund 5,7 Milliarden Euro für die Kurzarbeit ausbezahlt, für die Phase 3 wurden 4,3 Milliarden Euro bewilligt. Weiterhin bleibe Kurzarbeit das richtige Kriseninstrument für den Tourismus, damit nach der Pandemie eine möglichst schnelle Erholung eintreten kann, weil die Mitarbeiter noch verfügbar sind, betonte Kocher.

Verzweiflung wegen Saisonausfalls

"Verzweiflung" hat Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) bei Treffen mit Tourismusvertretern am Wochenende geortet. Der Winter sei die wichtigste Saison für die heimische Beherbergungs- und Gastronomiebranche, führte sie aus. Der touristische Arbeitsmarkt sei schon in Zeiten von Nächtigungsrekorden schwierig gewesen. Insbesondere der Facharbeitermangel habe für Engpässe gesorgt. Nun verlassen auch noch viele bisherigen Tourismus-Fachkräfte die Branche, die jedoch für einen Neustart nach der Krise wichtig wären, führte die Ministerin aus.

Köstinger setzt auf Weiterbildung insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Fremdsprachen und will den Tourismus als Arbeitsmarkt attraktiver gestalten. Sie betonte dann, dass auch die Veranstalter aufgrund ihrer Nähe zum Tourismus derzeit kämpfen, hier aber der "Veranstalter-Schutzschild" in Höhe von 300 Millionen Euro zumindest nicht stornierbare Kosten auffangen und eine Planung für die Zukunft ermöglichen sollte. Dieser sei seit gestern, Montag, auf der Website der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank beantragbar.

Die Tourismusministerin rechnet nicht mit einem baldigen Aufschwung in der krisengebeutelten Branche, fehlen doch die Gäste aus dem Ausland massiv. Insbesondere die deutschen Urlauber stellen immerhin 60 Prozent aller Gäste in Österreich. Sie werden wohl aber bis Ostern aufgrund der eingeschränkten Reisefreiheit ausbleiben, so Köstinger.