Der Staatssekretär im Klimaministerium, Magnus Brunner (ÖVP), spricht sich gegen die von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) verhängten Landeverbote aus. Brunner sagte am Dienstag nach einem Treffen mit Vertretern der Airlinebranche, eine "Doppelteststrategie" solle die Verbote ersetzen, die derzeit für Großbritannien, Südafrika und Brasilien gelten. Die Branche kritisiert die Reiseregeln schon länger. Die Landeverbote wurden erst kürzlich bis 7. Februar verlängert.

Diese seien als erster Schritt zwar wichtig gewesen, "aber wir sollten uns von Landeverboten möglichst rasch wegbewegen, hin zu Einreisebeschränkungen sollte es gehen", so Brunner. Dies sei von allen Teilnehmern des Luftfahrtgipfels so gesehen worden.

Es brauche EU-weites Vorgehen

Brunner erklärte, dass die Landeverbote von den Fluggesellschaften umgegangen werden könnten, und dies auch passiert sei. Ein negativer Test vor Abreise aus Hochrisikoländern und eine Quarantäne mit Freitestmöglichkeit nach Ankunft seien daher sinnvoller. Es brauche aber ein EU-weites Vorgehen, so der für Luftfahrt zuständige Staatssekretär.

Die Landeverbote wurden verhängt, weil in Großbritannien, Südafrika und Brasilien ansteckendere Mutationen des Coronavirus SARS-CoV-2 grassieren. Österreich hat wegen der Mutationen auch den Lockdown verlängert, ebenso Deutschland und andere europäische Länder.

"Reintesten in den Sommerurlaub"

Für den Sommer 2021 arbeitet Brunner mit der Luftfahrtbranche seinen Angaben zufolge auch an einer Strategie namens "Reintesten in den Sommerurlaub". Fluggäste sollen demnach nur noch mit einem negativen Test oder einem Impfnachweis ein Flugzeug betreten dürfen. "Ich bin auch überzeugt, dass eine Impfung eine Quarantäne ersetzen kann", so der Politiker. Dies solle keine Impflicht durch die Hintertüre sein, denn eine Impflicht werde es in Österreich nicht gehen, betonte Brunner, auch wenn der internationale Trend in diese Richtung gehe.

Brunner besprach mit den Branchenvertreter auch die Coronahilfen und sagte zu, sich dafür einzusetzen, dass es bei der Kurzarbeit eine "Sonderlösung" für Airlines und Flughäfen geben muss. Es wird erwartet, dass die Branche noch mehrere Jahre brauchen wird, um sich von der Coronakrise zu erholen. (apa)