Der ehemalige Chef des Hotels Florianihof in Mattersburg hat am Donnerstag im Untersuchungsausschuss zur Commerzialbank Mattersburg (Cb) Einblicke in die Zusammenarbeit mit Ex-Bankchef Martin Pucher gegeben. Dieser habe - obwohl er formal am Florianihof eigentlich gar nicht beteiligt war - über alle wesentlichen finanziellen Fragen entschieden. "Alles musste immer mit ihm abgeklärt werden. Pucher hat diktiert."

Schon sein Einstellungs- und Bewerbungsgespräch beim Florianihof, der in der Folge der Pleite der Commerzialbank ebenfalls in die Insolvenz geschlittert war, habe er mit Pucher geführt. "Er hat genau gesagt, wie er sich den Betrieb Florianihof vorstellt", schilderte der ehemalige Geschäftsführer. Die Commerzialbank sei die Hausbank gewesen. Zu etwaigen Zuwendungen und Geldflüssen zwischen der Bank und dem Hotel oder dem Gastro-Betrieb des SV Mattersburg, den er ebenfalls leitete, wollte der Befragte nichts sagen. Er entschlug sich wegen eines laufenden Verfahrens.

Zu Geschenken "keine Wahrnehmung"

Prinzipiell sei der Florianihof gut gegangen, im Laufe der Jahre sei er aber immer älter und die Qualität der Zimmer damit immer schlechter geworden. Als es einmal ums Ausmalen gegangen sei, habe Pucher einfach gesagt: "Wurscht, wir bauen ein neues Hotel." Er habe dann hinterfragt, wie er sich das vorstelle - Pucher habe ihn aber abgewimmelt. Als dann ein Plan vorgelegen sei, habe er sich für die kleinere Variante ausgesprochen, "weil das können wir uns leisten. Aber Martin hat gesagt: 'Sicher nicht. Ich will das große, ich zahle das'." Damals sei es um Investitionen von knapp acht Millionen Euro gegangen. Letztlich sei das Projekt aber nie umgesetzt worden.

Privat habe er mit dem Ex-Bankchef nie etwas zu tun gehabt. "2017 wollte ich ihm frohe Ostern wünschen - erstmalig und einmalig. Dann hat er mich aus seinem Haus rausgeschmissen", erzählte der ehemalige Florianihof-Chef. Zu Geschenken habe er keine Wahrnehmungen.

Mit dem Abstieg des SV Mattersburg und Puchers erstem Schlaganfall sei das Verhältnis auch beruflich schwieriger geworden. "Man ist dann nur mehr schwer zu ihm hingekommen", erzählte der Ex-Geschäftsführer. Auf Termine mit Pucher habe man teilweise einen Monat warten müssen. "Dann waren die Fragen eh schon vorbei." (apa)