Jährlich wächst Graz um 5000 Einwohner - und um 2500 Pkw. Für die engen Straßen der steiermärkischen Landeshauptstadt bedeutet das: noch mehr Stau. Schon heute steckt der Früh- und Abendverkehr fest. 2020 gab es aus dem Zentralraum Graz aus allen Himmelsrichtungen 452.000 Personenfahrten pro Tag, 85 Prozent davon machte der Motorisierte Individualverkehr aus. Kaum Wind und eine Lage wie in einem Kessel, für eine Luftkur ist Graz alles andere als geeignet.

Um möglichen Smogbildungen entgegenzuwirken, setzt die türkis-blaue Stadtregierung nun auf den Ausbau von hochrangigen Öffentlichen Verkehrsmittel. "Damit der wachsende Zentralraum Graz nicht auf einer Einbahn Richtung kompletter Verkehrsüberlastung unterwegs ist und um vereinbarte Klima- und Umweltziele zu erreichen, werden Fahrgastzunahmen zugunsten des öffentlichen Verkehrs deutlich zu erhöhen sein", sagt Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP).

25 Kilometer Streckenlänge

Am Mittwoch präsentierte er eine Machbarkeitsstudie, die für Graz zwei Metrolinien (M1 und M2) im automatisierten Betrieb vorsieht (siehe Grafik). Die Länge des Streckennetzes soll bei 25 Kilometern liegen, 27 Haltestellen sind geplant. Neben dem vollautomatisierten Betrieb sieht das Konzept einen dichten Takt mit Intervallen von 2,5 bis 4 Minuten tagsüber vor. Die Zuglänge ist je nach Nachfrage anpassbar und reicht von 30 m (220 Fahrgäste) bis 60 m (440 Fahrgäste).


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Damit sollen Autofahrten um 12 Prozent verringert werden. Mit der Metro würden im Jahr 2030 450.000 Personen pro Tag öffentliche Verkehrsmittel in Graz benutzen, was einer Steigerung von 41 Prozent entspricht, heißt es in der Studie.

Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ) sagt: "Wir brauchen einen großen verkehrspolitischen Wurf, um in diesem wachsenden Ballungsraum fit für die Zukunft zu sein. Der Platz in der Stadt, insbesondere in der Grazer Altstadt, ist einfach begrenzt. Die logische Konsequenz daraus ist, dass wir für den öffentlichen Verkehr eine neue Ebene erschließen." (vasa)