Das Frauennetzwerk Business and Professional Women (BPW) begeht am 21. Februar den Equal Pay Day, um auf die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen. Der Equal Pay Day steht symbolisch für jenen Tag, bis zu dem Frauen im Vergleich mit Männern, die seit Jahresbeginn bezahlt arbeiten, unbezahlt arbeiten müssen.

Den Berechnungen des BPW zufolge verdienen Frauen durchschnittlich um 14,3 Prozent weniger als Männer. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Equal Pay Day vier Tage nach vorne gerückt. "Ein kleiner, aber wichtiger Schritt am Weg zu mehr Einkommensgerechtigkeit", so das Netzwerk auf seiner Homepage.

Fokus auf Finanzkompetenz

Es gebe "noch einiges zu tun, um diese Einkommensunterschiede nachhaltig zu bekämpfen", räumte Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) in einer Aussendung am Freitag ein. Dazu müsse an unterschiedlichen Schrauben gedreht werden, es gehe etwa um den Ausbau von bedarfsgerechter Kinderbetreuung, mehr Frauen in Führungspositionen, entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen und ein Umdenken bei der Berufswahl. Raab will in den kommenden Wochen und Monaten einen neuen Schwerpunkt zur Stärkung der Finanzkompetenz bei Frauen und Mädchen setzen, wo vermittelt werden soll, wie sich Entscheidungen im Erwerbsleben auf das Lebenseinkommen und die finanzielle Situation in der Pension auswirken.

In Österreich werden zwei Tage der Lohngerechtigkeit begangen, was auf die Berechnungsmethode zurückzuführen ist. Neben dem Frühjahrstermin gibt es auch einen Tag im Herbst - in diesem Fall wird vom Jahresende "zurückgerechnet".

Große Bundesländer-Unterschiede

Die Gehaltsunterschiede sind in Österreich je nach Bundesland unterschiedlich stark ausgeprägt.  Angaben des gesellschaftsliberalen Momentum-Instituts zufolge, ist der Gap in Vorarlberg mit 47,5 Prozent zweieinhalb mal so hoch wie in Wien, mit 18,8 Prozent. Die Zahlen beruhen auf Berechnungen der Statistik Austria und sind nicht um den Faktor Teilzeitarbeit bereinigt. (apa/del)