Im globalen Kampf gegen das Coronavirus ist ein kleines Unternehmen in Klosterneuburg gefragt. Polymun Scientific hat sich auf Lipid-Nanopartikel spezialisiert. Diese Mini-Fettkügelchen werden gebraucht, um etwa den mRNA-Wirkstoff von BioNTech/Pfizer zu ummanteln. Sie stabilisieren den Impfstoff und schützen ihn vor dem Verfall.

Polymun arbeitet seit Beginn des Vorjahres mit BioNTech/Pfizer zusammen an der Entwicklung deren Impfstoffs. "Wir bekommen die mRNA von BioNTech, die Lipide von anderen Herstellern, und wir haben das Know-how, sie zu mischen", sagt Katinger.

Beim Mischen drückt das Unternehmen nun aufs Gas. Statt der geplanten 15 Millionen Dosen will Polymun seine Produktion auf 20 Millionen Dosen steigern. "Wir haben im ersten Halbjahr 2021 ursprünglich 18 Chargen geplant. Jetzt können wir sechs Chargen zusätzlich produzieren", sagt Polymun-Geschäftsführer Dietmar Katinger bei einer Pressekonferenz mit Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag.

Nach der "Verpackung" der mRNA wird der Impfstoff von Klosterneuburg ins belgische Puurs transportiert. Dort wird der Impfstoff dann im Pfizer-Werk abgefüllt und ausgeliefert.

Die zusätzlichen fünf Millionen Dosen fließen in das EU-Kontingent, wovon Österreich zwei Prozent erhält. Für Österreich bedeute dies 100.000 zusätzliche Impfdosen bis zum Sommer.

Der Grund für die Steigerung liegt in einer Optimierung der Abläufe, wie Katinger erklärt. "Das ist sehr viel Handarbeit, wir haben keinen vollautomatisierten Prozess", sagt der Polymun-Geschäftsführer. "Mit jeder Charge gewinnt man Erfahrung und will es beim nächsten Mal noch besser machen."

Polymun in Familienbesitz

Ob Polymun expandieren will, hat Katinger noch nicht entschieden, wie er gegenüber der "Wiener Zeitung" sagt. "Im bestehenden Betriebsgebäude gibt es keine Expansionsmöglichkeit mehr, daher können wir derzeit auch kaum noch neue Mitarbeiter aufnehmen", sagt Katinger.

Polymun, das 1992 gegründet wurde, ist in Familienbesitz und beschäftigt in Klosterneuburg 95 Mitarbeiter. Zu den Kunden zählen neben BioNtech/Pfizer auch das deutsche Unternehmen CureVac und das US-Biotech-Unternehmen ArcturusTherapeutics.

Neben Polymun hilft auch Novartis bei der Produktion eines Covid-19-Impfstoffs. Der Pharmakonzern will am Standort in Kundl (Tirol) mRNA und den vorformulierten Wirkstoff für CureVac herstellen. Das Produktionsziel für 2021 sind 50 Millionen Dosen, 2022 sogar 200 Millionen Dosen. CureVac will die Zulassung im zweiten Quartal beantragen.


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