Das Corona-Krisenjahr 2020 hat auch den börsennotierten österreichisch-brasilianischen Feuerfestkonzern RHI Magnesita getroffen. Der Umsatz ging im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 2,26 Mrd. Euro zurück, derzeit liegt die Nachfrage noch um 10-15 Prozent niedriger. Der Vorsteuer-Gewinn fiel um 79 Prozent, von 200 auf 42 Mio. Euro, CEO Stefan Borgas verweist aber auf die weiter hohen Margen und hohen Cashflow und sieht sein Unternehmen gut aus der Krise herausgekommen.

"Es ist erfreulich, dass wir ein wirklich widerstandsfähiges Geschäft haben", das habe sich im Krisenjahr gezeigt, sagte Borgas am Montag im Gespräch mit der APA. Die Dividende soll für 2020 wieder wie vor der Krise 1,50 Euro/Aktie betragen, sie war im Vorjahr auf 0,50 Euro gekürzt worden. Das gehe Hand in Hand mit einer Aufstockung der Investitionen. RHI-Magnesita will seine Investitionen im Vergleich zu 2020 bzw. 2019 heuer um über 100 Mio. Euro aufstocken, auch in Österreich, in Hochfilzen, in Radenthein und auch in der Veitsch.

Investitionen im Umweltbereich verdreifacht

Im Umweltbereich stockt die RHI Magnesita ihr Investitionsprogramm von 25 Mio. Euro auf 75 Mio. Euro auf. Damit sollen in den kommenden vier Jahren Technologien entwickelt werden, die nötig sind, um den CO2-Ausstoß des Konzerns auf Null zu reduzieren. Mit bisher bekannten konventionellen Technologien wäre nur eine Reduktion um 15 Prozent möglich, so Borgas. Dabei geht es um CO2-Auffangen (capturing) und Wiederverwerten (utilisation).

Das Capturing könne RHI Magnesita weitgehend alleine machen, dazu gehe heuer in Breitenau eine Pilotanlage in Bau. Für die Wiederverwertung werde RHI Magnesita "sehr viele Partnerschaften eingehen".

Weltweit beläuft sich der CO2-Ausstoß des Konzerns auf 2,5 Mio. Tonnen pro Jahr. Rechne man die Lieferanten und Energie dazu, dann sei es mehr als das doppelte. In Österreich beträgt der direkte und indirekte CO2-Ausstoß (Produktionsstandorte und Elektrizität) rund 400.000 Tonnen.

Das Jahr 2020 brachte bei RHI Magnesita auch einen Rückgang der Beschäftigten von unter 14.000 auf gut 12.000. Das sei aber nur zu einem kleinen Teil coronabedingt, sagt Borgas. Der größte Teil sei im Rahmen der Restrukturierung geplant gewesen. Eine Rückkehr auf das alte Beschäftigungsniveau sei daher nicht zu erwarten, maximal ein Anstieg auf etwa 12.500. Der zwischenzeitliche Anstellungsstopp sei jedenfalls wieder aufgehoben, auch Kurzarbeit sei kein Thema mehr: "Wir brauchen jetzt jede Frau und jeden Mann", so Borgas. (apa)