Die Corona-Pandemie hat den Lebensmitteleinkauf von Herrn und Frau Österreicher durcheinandergewirbelt. Hatte es Anfang 2020 aufgrund der Hamsterkäufe noch ein Plus beim Absatz von 5,1 Prozent gegeben, brach dieser ob der vollen Speis im zweiten Quartal um 5,3 Prozent ein. Eine "Berg- und Talfahrt", bilanzierte der Fachverband der Lebensmittelindustrie am Freitag. Trotz des neuerlichen Absatzplus vor und im zweiten Lockdown blieb für die Lebensmittelproduzenten 2020 unterm Strich ein Minus.

Die Lebensmittelindustrie geht davon aus, das Jahr 2020 mit einem Minus von 1,3 Prozent abzuschließen. Grund dafür sind der lange Lockdown in der Gastronomie und die vielen Absagen bei Kultur- und Sportveranstaltungen. Auch der Einbruch im Tourismus traf viele Lieferanten hart, ebenso dass viele Mitarbeiter statt in der Firmenkantine zuhause zu Mittag aßen.

Im Frühjahr mussten viele der rund 27.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche Extraschichten schieben, um die teils leeren Regale in den Supermärkten wieder aufzufüllen. Die Österreicher hatten sich insbesondere im ersten Lockdown vor allem mit Konserven, Nudeln und anderen länger haltbaren Lebensmittel bevorratet. Auch Klopapier und Germ waren im März 2020 zeitweise ausverkauft. In den Lagern der Lebensmittelketten halfen Soldaten aus.

"Brauchen leistungsstarke Lebensmittelindustrie"

Für die Interessenvertreter steht aufgrund der Corona-Krise fest: "Wir brauchen eine leistungsstarke Lebensmittelindustrie und einen stabilen EU-Binnenmarkt. Denn beide zusammen sind Garant für eine funktionierende Wirtschaft sowie die sichere Versorgung der Bevölkerung, im Normalbetrieb wie in Krisenzeiten."

Exportiert hat die Branche vor allem Energy Drinks, Eistee und Limonaden sowie Milchprodukte und Futtermittel. Zwei von drei im Inland produzierten Lebensmitteln und Getränken werden den Angaben zufolge auf mehr als 180 Märkten quer über dem Globus verkauft. (apa)