Die Coronavirus-Pandemie und der Brexit hinterlassen auch Spuren in der heimischen Handelsbilanz. Der internationale Warenaustausch ist spürbar gedämpft. Im Jänner verringerten sich die österreichischen Exporte im Jahresabstand um 9,5 Prozent auf 11,11 Milliarden Euro. Die Importe aus anderen Ländern sanken um 10,4 Prozent auf 11,34 Milliarden Euro, wie aus aktuellen Daten der Statistik Austria von heute, Mittwoch, hervorgeht. Das ergibt für Österreich ein Defizit von 0,23 Milliarden Euro.

"Die EU-Exporte ließen mit 6,9 Prozent weniger kräftig nach als die Exporte in Drittstaaten mit 15,1 Prozent - zu ihnen zählt seit dem Brexit auch das Vereinigte Königreich, mit dem die österreichischen Unternehmen ein Exportminus von 29,2 Prozent verbuchen mussten", berichtete Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas.

Nach einer Übergangsphase bis Jahresende 2020 trat am 1. Jänner 2021 der zwischen der EU und Großbritannien (und Nordirland) ausgehandelte Partnerschaftsvertrag in Kraft. Mit dem Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion ist der Brexit nun endgültig vollzogen. Die heimischen Exporte in das Vereinigte Königreich brachen im Jänner 2021 fast um ein Drittel auf 0,26 Milliarden Euro ein. Die Importe aus dem Land waren um 42,1 Prozent auf 0,12 Milliarden Euro ebenfalls spürbar gedämpft.

"Aber es gibt auch andere Beispiele: So legten die Exporte nach China um 16,2 Prozent zu", betonte Thomas.

In den EU-Raum lieferte Österreich Güter im Wert von 7,75 Milliarden Euro - gegenüber dem Jänner des Vorjahres war das ein Minus von 6,9 Prozent. Gleichzeitig gingen die Importe aus den anderen Mitgliedsländern der Union um 9,4 Prozent auf 7,66 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich steht somit ein Überschuss von 0,09 Milliarden Euro.

Importe aus Deutschland um gut 13 Prozent gesunken

Die größten absoluten Rückgänge verzeichnete Österreich laut Statistik Austria mit dem bedeutendsten Handelspartner Deutschland - die Exporte dorthin sanken um 4,8 Prozent auf 3,47 Milliarden Euro, die Importe aus dem Nachbarland um 13,1 Prozent auf 3,76 Milliarden Euro. Ein Abschwächung gab es auch im Warenaustausch mit Italien, dem zweitwichtigsten EU-Partnerland im Außenhandel. Die Lieferungen dorthin verringerten sich um 8,9 Prozent auf 0,73 Milliarden Euro, die Bezüge um 11,3 Prozent auf 0,67 Milliarden Euro.

Die Importe aus Drittstaaten erreichten heuer im Jänner ein Volumen von 3,68 Milliarden Euro (minus 12,3 Prozent). Die Exporte in Länder außerhalb der EU gingen um 15,1 Prozent auf 3,36 Milliarden Euro zurück. Daraus ergibt sich ein Passivum von 0,32 Milliarden Euro. Erhebliche Rückgänge in beiden Verkehrsrichtungen zeigten sich mit der Schweiz - die heimischen Exporte dorthin sackten um 24,1 Prozent ab, die Importe um 19,8 Prozent - und mit den USA mit 13 Prozent weniger Exporten und 20,7 Prozent weniger Importen. Dafür legten die Exporte nach China um 16,2 Prozent auf 0,33 Milliarden Euro zu, während das Volumen der Einfuhren um 5,8 Prozent auf 0,83 Milliarden Euro nachgab. (apa)