Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt davor, dass die Corona-Krise überall Schwachstellen auf dem Arbeitsmarkt verstärken kann. Auf Österreich bezogen seien das vor allem Mankos im Digitalbereich, viele Langzeitarbeitslose und vergleichsweise wenige Vollzeit arbeitende Frauen auf dem Arbeitsmarkt, heißt es im OECD-Papier "Going for Growth 2021: Shaping a Vibrant Recovery".

So vollziehe sich die Anpassung an die Digitalisierung hierzulande langsamer als in vergleichbaren anderen Ländern, obwohl laut OECD in den vergangenen beiden Jahren einige Schritte gesetzt worden seien. Trotzdem: Um aufzuholen müsse das lebenslange Lernen rund um digitale Technologien in allen Bevölkerungsgruppen, speziell aber bei den älter und schwächer Qualifizierten, ausgebaut werden. Arbeitgeberverbände sollten verstärkt eingebunden werden. Es gehe auch um eine bessere Bereitstellung von ultraschnellem Internet.

Verbleibende Hürden beim Internethandel sollten ebenso fallen, empfiehlt die OECD. Das könne über Förderungen von Unternehmen gelingen.

Ganztagsschulen für Eltern-Vollzeitbeschäftigung

In Österreich sollte auch die Vollzeitbeschäftigung beider Elternteile erleichtert werden, so die OECD. Schließlich werde ein Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter prognostiziert. Dazu könne etwa ein Rechtsanspruch auf eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung und Ganztagsschulbildung hergestellt werden. "Das würde einem Schrumpfen der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter entgegenwirken."

Der verhältnismäßig hohe Anteil Langzeitarbeitsloser und auch das im Schnitt verhältnismäßig niedrige effektive Pensionsantrittsalter in Österreich würden durch COVID-19 ebenso verstärkt. Die OECD ortet Anreize, vorzeitig aus dem Erwerbsleben zu scheiden - und diese gehörten umgehend abgebaut. Hier wird die Berechnung der Pensionsbeiträge und --leistungen angesprochen, die an demografische und andere strukturelle Entwicklungen angepasst gehörten.

Bei der Integration von Migranten bleibe Österreich ebenso hinter vergleichbaren Ländern zurück, so die OECD. "Die Bildungsergebnisse müssen verbessert werden" und somit von sozioökonomischen Hintergründen entkoppelt. Die Integration gehöre verstärkt und zwischen Bund, Ländern und Kommunen besser koordiniert.