Als urösterreichisches Familienunternehmen, gegründet 1931, hat die Firma Blaha schon einiges überstanden und sich immer wieder neu erfunden: vom Lebensmittelgeschäft der Vorkriegszeit über Bürsten und Besen sowie Gartenmöbel bis zur Büroausstattung.

Gabriele Blaha, für Marketing im Korneuburger Betrieb zuständig, beschreibt die Corona-Krise im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" als beschleunigten Transformationsprozess.

Büro bleibt wichtig - trotz oder wegen Home Office

Ob es angesichts der Pandemie bei Büroausstattung bleibt, beantwortet sie mit: "Ja, definitiv!" Zwar hätte sich der Trend zu hybriden Arbeitswelten mit ihrer Kombination aus virtueller und realer Kommunikation verstärkt, der Wunsch nach persönlichen Begegnungen bleibe jedoch erhalten, glaubt sie. "Das bedeutet, dass das Büro als zentrale Anlaufstelle im Unternehmen extrem wichtig bleibt. Deswegen muss und wird es auch weiterhin Büromöbel geben."

Blickt man auf die Blaha-Website, findet sich dort eine Vielzahl von Ideen zu Home Office und New Work. Die Pandemie und damit die Notwendigkeit, das Büro durch das Home Office zu ersetzen, habe gezeigt, welches die wichtigsten Elemente für einen Home Workspace sind, so Gabriele Blaha: "Am dringendsten war der Wunsch nach einem ergonomischen Drehstuhl. Das war sozusagen die absolute Sofortmaßnahme, um zu Hause arbeiten zu können." Darauf folgte das Bedürfnis nach einem ergonomischen Tisch, im Idealfall höhenverstellbar. Eine adäquate, integrierbare IT-Ausstattung sei ein weiterer unverzichtbarer Grundbaustein, hat man bei Blaha beobachtet und die Weiterentwicklung des Home Workspace vorangetrieben, so die Marketing-Expertin. "Unsere Auffassung ‚My Desk is my Castle‘ gilt auch für den Arbeitsplatz zu Hause. Mit Abschirmungen, Akustik- und Organisationselementen lässt sich auch hier selbstbestimmt arbeiten, ohne Ablenkung im Flow."

Teure Rohstoffe & Re-Design statt Schlummermodus

Auch bei Blaha kämpft man allerdings mit den Herausforderungen der Corona-Krise. "Zur Zeit macht uns die begrenzte Verfügbarkeit bestimmter Rohmaterialien, gekoppelt mit Kontingentvorgaben und längeren Lieferzeiten zu schaffen", beschreibt Gabriele Blaha die Folgen von Lieferketten-Unterbrechungen.Daher baue man parallel Lager auf, um den zeitgerechten Produktionsprozess zu garantieren.

Hinzu kämen aber auch noch die Auswirkungen des Brexit: "Durch die Verknappung der Rohmaterialien kommt es zu Preis-Teuerungen im zweistelligen Prozentbereich. Die Situation lässt sich als durchaus herausfordernd beschreiben."

Und wie bereitet sich Büromöbel-Produzent Blaha auf die Post-Corona-Ära vor? "Viele Trendforscher sehen die jetzige Zeit als eine Art Sabbatical. Man stellt sich grundlegende Fragen: Wo und wie leben wir? Wie arbeiten wir? Der Fokus liegt auf einem Re-Design der Lebens- und Arbeitsstrukturen." Dennoch dürfe diese Bedenkzeit nicht zu lange dauern, betont Gabriele Blaha. Der Wirtschaftsfluss müsse in Bewegung gehalten werden. "So wichtig es ist nachzudenken, so wenig darf man in einen Schlummermodus verfallen. Das wäre fatal!"

Die aktuelle Krise hätte die Überzeugungen, die das Unternehmen seit Jahren umsetzt, "ein starker Fokus auf Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen, Kooperation mit regionalen Partnern und Ablehnung von Outsourcing", bestätigt. In Zukunft werde man diesen Weg daher fortsetzen.