Während die Zukunft des MAN-Werkes in Steyr (Oberösterreich) nach wie vor in der Schwebe ist, gibt man sich bei BMW Steyr optimistisch für die Zukunft. Ziel ist es, die Belegschaft stabil zu halten und mit dem "Programm 25" die Transformation hin zur Elektromobilität fortzuführen, wenn auch der Verbrennungsmotor in den nächsten Jahren den Schwerpunkt bilden wird, wie Geschäftsführer Alexander Susanek am Dienstag betonte.

Diese Transformation werde mit dem bestehenden Personal erfolgen, die Voraussetzungen seien ohnehin gegeben. Einen Fachkräftemangel gebe es nicht, ob BMW im Fall einer Schließung des Lkw- und Buswerkes von MAN Mitarbeiter übernehmen könnte, wollte Susanek nicht kommentieren. Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) erinnerte heute im Zuge eines Medientermines daran, dass BMW-Steyr nahezu 4.500 Jobs am Standort Steyr biete.

Derzeit sei das Werk jedenfalls gut ausgelastet, nicht zu letzt durch eine teilweise Verlagerung der Benzinmotorenproduktion von BMW von München nach Steyr. Und auch die Gehäusefertigung für Elektromotoren werde ausgebaut. Für die kleinen Baureihen aus dem bayrischen Automobilkonzern wurde Steyr das Elektroantriebs-Kompetzenzzentrum. "Repariere das Dach, solange die Sonne scheint", so Susanek in Anspielung auf ein chinesisches Sprichwort.

Vorjahresumsatz bei drei Milliarden Euro

"Aufgrund der hohen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen errichten wir aktuell eine weitere Linie für E-Antriebsgehäuse. Auf einer Fläche von über 3.500 Quadratmetern werden ab Sommer 2022 bis zu 180.000 Einheiten von zwei unterschiedlichen Gehäusetypen gefertigt", erklärte Susanek. 70 Mitarbeiter werden an dieser neuen Linie beschäftigt sein. Bis 2022 sollen dafür rund 80 Millionen Euro investiert werden.

Im weltweit größten Motorenwerk der BMW Group in der Industriestadt Steyr entstehen 3-, 4- und 6-Zylinder-Benzin- sowie Dieselmotoren. Im Durchschnitt läuft alle zwölf Sekunden ein Motor vom Band - insgesamt waren es 2020 rund 393.700 Diesel- und 603.000 Benzinmotoren, darunter ein Viertel aller Motoren für Hybrid-Antriebe, so das Unternehmen. 2020 lag der Umsatz bei rund drei Milliarden Euro. (apa)