Österreichs größtes Geldhaus, die  Erste Group, hat dank geringerer Vorsorgen für faule Kredite zum Jahresauftakt kräftig zugelegt. Unter dem Strich stieg der Gewinn auf 355,1 Millionen Euro nach 235,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die in vielen Ländern Osteuropas tätige Bank mitteilte. Das Institut hat damit die Erwartungen der von ihm befragten Analysten übertroffen, die im Schnitt mit einem Nettogewinn von 302,2 Millionen Euro gerechnet hatten. Unterstützt vom erwarteten Aufschwung in den Kernmärkten Osteuropas, niedrigeren Risikokosten sowie operativen Zuwächsen soll der Nettogewinn auch im Gesamtjahr steigen, bekräftigte die Bank.

Laut Bankchef Bernhard Spalt ist die Erste Group "erfolgreich" in das neue Geschäftsjahr gestartet, "obwohl die pandemiebedingt noch restriktiven Rahmenbedingungen auch in unseren Kernmärkten den Wirtschaftsaufschwung verzögert haben".

Die Risikokosten schrumpften im ersten Quartal um 42,1 Prozent auf 35,7 Millionen Euro. Zurückzuführen sei dies vor allem auf aufgelöste Wertberichtigungen für Kredite und Darlehen in Österreich und Rumänien, erklärte der Konzern. Der Anteil der sogenannten faulen Kredite (non performing loans - NPL-Quote) sank auf 2,6 (2,7)Prozent. Im vergangenen Geschäftsjahr hatten der Bank aufgrund der Corona-Krise milliardenschwere Vorsorgen für Kreditausfälle einen Gewinneinbruch um fast die Hälfte eingebrockt. Im laufenden Jahr sollen die Risikokosten wieder sinken. Aufgrund des Auslaufens staatlicher Unterstützungsmaßnahmen sei jedoch mit einem Anstieg der NPL-Quote auf etwa drei bis vier Prozent zu rechnen.

Der Zinsüberschuss sank im ersten Quartal auf insgesamt 1,72 Milliarden Euro - ein Rückgang von 4,6 Prozent. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich hingegen um 7,1 Prozent auf 540,0 Millionen Euro. Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg auf 14,0 (13,1) Prozent. "Wir verfügen also über einen erheblichen Puffer für eine schlechter als erwartete wirtschaftliche Entwicklung", sagte Spalt.

Dividende von 50 Cent

Wie bereits angekündigt, soll der Hauptversammlung am 19. Mai die Auszahlung einer Dividende von 50 Cent je Aktie vorgeschlagen werden. Darüber hinaus wurde eine Reserve von 1,0 Euro je Aktie für eine mögliche weitere Auszahlung gebildet. Die EZB rät den Banken wegen der Virus-Krise auf Ausschüttungen zu verzichten oder sie auf maximal 15 Prozent des akkumulierten Gewinns für 2019 und 2020 zu begrenzen.

Der Mitarbeiterstand verringerte sich von 45.690 auf 45.411 Vollzeitäquivalente. (reuters/apa)