Der milliardenschwere Zukauf des AXA-Geschäfts in Polen, Tschechien und der Slowakei durch den Versicherungskonzern Uniqa im vergangenen Jahr hat sich aus Sicht von Generaldirektor Andreas Brandstetter bewährt. Die Zahlen, die man von AXA im vierten Quartal und jetzt im aktuellen Geschäft sehe, "stimmen uns sehr positiv", sagte der CEO am Freitag im Ö1-Wirtschaftsmagazin "Saldo". Es gebe derzeit keinen Grund zu glauben, dass der Zukauf nicht die Erwartungen erfülle.

Ein weiteres Sparpaket im Uniqa-Konzern schloss Brandstetter aus, das letzte hat den Abbau von 1.200 Mitarbeitern vorgesehen - etwa je zur Hälfte in Österreich und im CEE-Raum. Aktuell zählt man mehr als 15.000 Arbeitnehmer in 18 Ländern. Eine genaue Zielgröße für die Mitarbeiterzahl wollte der CEO nicht nennen, "weil wir ja auch wachsen wollen". Wenn die UNIQA die Chance habe zu wachsen, durch Zukäufe oder besonders forciertes Wachstum, dann werde man das sicher tun. Dazu benötige man aber auch gute Mitarbeiter.

Konzern fährt auf Sicht

In der Corona-Krise fahre man auf Sicht, das sei für eine Versicherung immer gut. Es gelte viel in Digitalisierung, IT und Big Data zu investieren. Dorthin würden 80 Prozent der Investments fließen. Man glaube aber nicht, dass in absehbarer Zeit die Mehrheit der 15 Millionen Kunden die Produkte nur digital abschließen werde. Deshalb setze man auch auf den stationären Vertrieb und den Kundenkontakt. In fünf Jahren wolle man mehr als 7 Milliarden Euro Prämie jährlich einnehmen.

Die Kostenquote will der Versicherer deutlich senken - "weil das einer unserer Schwachpunkte ist" - und eine Eigenkapitalverzinsung von 8 bis 10 Prozent erreichen sowie 50 bis 60 Prozent der Nettoerträge an die Aktionäre ausschütten. Weil die Herausforderungen derzeit "sehr geballt", "sehr stark" seien, lege die Uniqa den Fokus auf das Kerngeschäft, so der CEO. (apa)