Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien hat im Zuge hoher Vorsorgen rund um die Coron-Krise und wegen Abschreibungen für die Beteiligung an der Raiffeisen Bank International (RBI) im Geschäftsjahr 2020 einen deutlichen Verlust geschrieben. Unterm Strich belief sich das Minus auf 189,1 Millionen Euro, nach einem Gewinn nach Steuern von rund 318 Millionen Euro im Jahr davor, teilte der Mutterkonzern der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien (RLB NÖ-Wien) am Freitag mit.

Bei der RLB NÖ-Wien belief sich der Verlust nach Steuern auf 255,7 Millionen Euro, nach einem Plus von 227,4 Millionen Euro im Jahr davor, geht aus dem Konzernabschluss (nach IFRS) hervor. "Aufgrund der enormen und nach wie vor anhaltenden Auswirkungen der Corona-Krise haben wir im Geschäftsjahr 2020 sowohl umfassende Vorsorgen als auch Impairments in der Bilanz berücksichtigt", sagte Klaus Buchleitner, Generaldirektor der Raiffeisen NÖ-Wien, am Freitag laut Aussendung.

Als Vorsorgen (Wertminderung/Wertaufholung für finanzielle Vermögenswerte) für Kredite und Forderungen wurden bei der RLB NÖ-Wien im Vorjahr 91,9 Millionen Euro zurückgelegt. Das Ergebnis at-Equity-bilanzierter Unternehmen fiel mit 172,4 Millionen Euro ebenfalls negativ aus. Ins Gewicht fiel hier vor allem ein negativer Ergebnisbeitrag von 175,9 Millionen Euro für die RBI-Beteiligung.

Mit operativen Ergebnissen "sehr zufrieden"

"Mit der operativen Geschäftsentwicklung sind wir sehr zufrieden", so Buchleitner weiter. Der Zinsüberschuss der RLB NÖ-Wien stieg von rund 161 Mio. Euro auf 182 Millionen Euro an, der Provisionsüberschuss ging dagegen von 60,8 auf knapp 57 Millionen Euro zurück.

Für das erste Halbjahr 2021 rechnet die Raiffeisen NÖ-Wien weiterhin mit erhöhter Unsicherheit wegen der Corona-Pandemie. In der zweiten Jahreshälfte sollte es jedoch wirtschaftlich bergauf gehen. Für die RLB NÖ-Wien werde vor allem die Entwicklung der Risikokosten eine Rolle spielen. Diese wiederum hingen vor allem von einer Fortsetzung der staatlichen Hilfsmaßnahmen und der konjunkturellen Entwicklung ab, hieß es im Ausblick der Raiffeisen.

"Im Kundenbereich setzen wir auf den Vorwärtskurs des Privatkundenbereichs in Wien mit der neuen Stadtbank sowie darauf, weiterhin ein starker und verlässlicher Partner an der Seite unserer Firmenkunden zu sein", so Buchleitner. Im Firmenkundengeschäft solle indessen der Wachstumskurs vorrangig mit Bestandskunden fortgesetzt werden. (apa)