Der Grüne Pass kommt in drei Etappen. Ab 19. Mai auf nationaler Ebene rein analog in Form von diversen Nachweisen für Geimpfte, Getestete und Genesene, ab 4. Juni dann auch digital als QR-Code und ab 26. Juni im gesamten EU-Raum. Vor allem bei der finalen EU-Version sind noch einige, durchaus wesentliche Fragen noch zu klären. Darunter etwa, ob auch (noch) nicht zugelassene Impfstoffe wie Sputnik V zum Zutritt zu Tourismus und Gastronomie berechtigt. Das ist vor allem bei bei ausländischen Gästen relevant.

Dass in Österreich der Start der Zutrittszertifikate bei den Öffnungen zunächst analog passiert, erklärte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) bei einem Hintergrundgespräch am Dienstag damit, dass bereits am 4. Juni das EU-weit gültige System in Österreich zur Verfügung stehen wird. Für die wenigen Tage dazwischen wollte man keine eigene technische Lösung bereitstellen. Ab 19. Mai gelten, wie derzeit auch, die Testzertifikate. Neu dazu kommen aber auch diverse Nachweise für eine überstandene Infektion sowie eine erfolgte Corona-Schutzimpfung.

Für Geimpfte ist das etwa der Impfpass, für Genesene zum Beispiel ein Absonderungsbescheid oder eine ärztliche Bescheinigung. Die Infektion darf maximal sechs Monate zurückliegen, es betrifft daher kaum noch Personen, die sich im Vorjahr angesteckt haben. Bei diesem Zeitraum wird von einer Immunität ausgegangen, auch wenn in Einzelfällen dies nicht der Fall sein mag. Unsicherheiten bleiben aber grundsätzlich. Auch Tests können zu einem falschen Ergebnis führen und eine Infektion kann in einigen Fällen auch nach einer Impfung passieren.

Digitaler Nachweis ab 4. Juni möglich

Vorerst wird ein normaler Antikörpertest nicht reichen, um eine Immunität nachzuweisen. Dazu wäre ein Test auf neutralisierende Antikörper nötig, doch dieses Testverfahren ist aufwendig und teuer. Langfristig dürften sich aber standardisierte und einfache Nachweisverfahren etabliert werden, um zumindest indirekt nachweisen zu können, ob eine genesene oder geimpfte Person auch tatsächlich immun ist.

Bei der zweiten Phase, geplant ab 4. Juni, wird es auch digitale Nachweise geben, die analogen bleiben aber gültig. Der QR-Code wird dann in einem App zur Verfügung stehen, diesen Code kann man als einheitliches Zutrittsticket zu Kultur, Gastronomie und Tourismus verstehen. Wer kein Smartphone hat, kann auch via Magistrat oder Gemeindeamt zu diesem QR-Code als analogen Ausdruck gelangen. Auch über die Handysignatur kann man ihn unter gesundheit.gv.at beziehen. Nach einer Impfung ist dies nur einmal notwendig, der Code behält seine Gültigkeit.

Rascher Entfall der Testpflicht für Erst-Geimpfte bleibt

Wer die erste Teilimpfung erhalten hat, muss sich nach 21 Tagen nicht mehr testen. Ein Schutz besteht zwar bereits nach drei Wochen, aber eben nur teilweise, und bei Infektionen kann das Virus dann auch von Geimpften weitergegeben werden, auch wenn es laut einer Studie aus England auch bereits nach drei Wochen einen gewissen Transmissionsschutz gibt. Er ist aber noch nicht voll ausgeprägt, daher ist diese Regelung auch umstritten. Hier weicht die österreichische Regelung auch von der deutschen ab.

Die Neos hatten befürchtet, dass durch dieses "Privileg" etliche Erst-Geimpfte auf die zweite Impfung Impfung verzichten könnten. Wer aber im entsprechenden Zeitraum seine zweite Teilimpfung nicht wahrnimmt (12 Wochen bei AstraZeneca, 6 Wochen bei Biontech/Pfizer) gilt dann nicht mehr als geimpft, das wird auch so im QR-Code vermerkt. Für Ungeschützte steigt das Risiko einer Infektion in einem Lokal etwa durch diese 21-Tage-Sonderregel leicht an. Dazu kommt: Kinder bis 10 Jahre werden ebenfalls keiner Testpflicht unterworfen, auch das ist in anderen Ländern anders geregelt.

Welche Voraussetzungen zum Zutritt zu Veranstaltungen berechtigten, entscheidet jedes EU-Land selbst. So muss Österreich noch klären, ob etwa auch mit Sputnik V geimpfte Personen als "Geimpft" gelten. Da dieser Impfstoff auch in Serbien und Ungarn verimpft wurde, ist diese Frage für Österreich von großer Bedeutung. Der EU-Grüne-Pass in der Endstufe Ende Juni muss daher für die Prüfer, also etwa den Hotelbetrieb, die Information erhalten, ob die Person Getestet, Geimpft oder Genesen ist, da die Länder in ihren Regelungen abweichen. In Österreich wird auch die E-Card zum Grünen Pass, konkret die Rückseite, auf der eine 20-stellige Nummer eingeprägt ist. Der Prüfer, also zum Beispiel die Gastronomin, kann mit einem Prüf-App der Sozialversicherung die E-Card scannen und erhält dann die Information, ob der Zutritt erlaubt ist oder nicht. Ob die Person genesen, geimpft oder getestet ist, wird nicht übermittelt.