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Die gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) in Österreich haben voriges Jahr rund 19.100 Wohnungen fertiggestellt - so viele wie zuletzt vor mehr als zwei Jahrzehnten. Auch im abgelaufenen Jahrzehnt war die Bautätigkeit höher als in den meisten vergangenen Dekaden.

Von 2011 bis 2020 wurden pro Jahr im Schnitt 16.200 neue Wohnungen fertig, nur in den 1990er Jahren lag diese Zahl noch höher. Die in der abgelaufenen Dekade somit 162.000 fertig gewordenen Einheiten entsprechen rund 17 Prozent des gesamten jetzigen GBV-Verwaltungsbestandes an Wohnungen.

2020 stieg der Marktanteil der GBV an der gesamten Wohnungsproduktion wieder auf 28 Prozent, im Geschoßwohnbau sind es noch deutlich mehr, erklärte der Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen am Dienstag im Jahrespressegespräch. 2010 hatte der GBV-Anteil an den gesamten Fertigstellungen noch 40 Prozent betragen, dann begann der gewerbliche Bauboom, der sich jedoch voriges Jahr wieder abflachte.

Im Geschoßwohnbau liegt der GBV-Anteil aktuell bei rund 40 Prozent, mit wieder steigender Tendenz - und mit regionalen Unterschieden. Den höchsten Anteil haben die Gemeinnützigen in Niederösterreich, wo drei Viertel der Geschoßwohnungen (72 Prozent) von GBV erstellt werden. Danach folgen Oberösterreich (43 Prozent), Salzburg (39 Prozent), Kärnten (39 Prozent), Tirol (37 Prozent) und Wien (34 Prozent). In der Steiermark (25 Prozent) und Vorarlberg (19) Prozent sind die Anteile am geringsten. Für das Burgenland hält man einen Vergleich wegen der höheren Zahl an GBV-Reihenhäusern für nicht sinnvoll.

Die Mietquote in Österreich ist im letzten Jahrzehnt leicht gestiegen. Lebte 2009 noch gut die Hälfte aller Haushalte (51 Prozent) im selbst genutzten Eigentum und zu 40 Prozent in Miete, hat sich das bis 2019 auf 49 Prozent Eigentum zu 42 Prozent Miete verschoben; der Rest waren unentgeltliche Wohnverhältnisse oder Untermieten. Der Anteil der GBV-Mieterhaushalte ist dabei von 15,5 Prozent auf 17 Prozent gestiegen.

Parallel dazu gab es auch einen Anstieg der privaten Mietverhältnisse von 16,3 auf 18,5 Prozent. Regional variiert der Anteil der GBV-Mieterhaushalte zwischen 21 Prozent in Wien und in Oberösterreich sowie 11 Prozent in Tirol und Vorarlberg. Auffallend für den Verband ist auch der Rückgang des Anteils der Haushalte, die im Einfamilienhaus mit Hauptwohnsitz wohnen: Dieser sank zwischen 2009 und 2019 von 40,3 auf 37,4 Prozent. Diese Veränderung betreffe vor allem den kleinstädtischen und suburbanen Raum, wo statt des Einfamilienhauses viele Haushalte zunehmend eine GBV- (oder private) Mietwohnung beziehen. (apa)