Die Coronapandemie hat den Flughafen Wien weiterhin fest im Griff. Die Passagierzahlen brachen im ersten Quartal 2021 um 88,7 Prozent ein, die Umsatzerlöse sackten um 64,4 auf 57,5 Millionen Euro ab. Unterm Strich stand nach den ersten drei Monaten des heurigen Jahres ein Verlust von 25 Millionen Euro, wie das börsenotierte Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Vorstand Günther Ofner sieht "Licht am Ende des Tunnels", man sei aber "noch nicht über den Berg", wie er zur APA sagte.

Der Flughafenbetreiber erwartet, dass sich der Flugverkehr über den Sommer halbwegs normalisiert und der Verlust aufgeholt werden kann. "Unter der Voraussetzung der Erreichung der angepeilten Verkehrszahlen erwarten wir für das Jahr 2021 aus heutiger Sicht einen Umsatz von rund 430 Millionen Euro, ein positives Ebitda von rund 150 Millionen Euro und eine schwarze Null beim Jahresergebnis", lautet die Prognose des Vorstands.

Alle, die heuer im Sommer in den Urlaub fliegen wollen, sollten sich auf längere Wartezeiten einstellen. Der Check-In dauere wegen der Gesundheitskontrolle und Formalitäten drei bis vier Mal solange, erklärte Vorstand Julian Jäger. Man überlege deshalb auch den Terminal 1 im Sommer wieder zu öffnen. Große Hoffnungen setzt der Flughafen in die Einführung des sogenannten "grünen Pass".

Die Aufhebung der Quarantäne bei Rückreise für viele Urlaubsländer am Mittelmeer wie Spanien oder Griechenland sei ein wichtiger Schritt gewesen, so Jäger. So wie es derzeit aussehe, würden rund 50 Airlines heuer 150 Destinationen anbieten. Jäger rechnet, dass noch weitere Reiseziele hinzukommen. Damit kommt der Flughafen Wien auf rund drei Viertel der Destinationen vor der Pandemie. "Großes Fragezeichen ist die Auslastung", die sei in der Krise bei unter 30 Prozent gelegen, zuletzt aber auf über 40 Prozent gestiegen. "Normal" seien zur Hauptreisezeit 80 bis 90 Prozent. Wichtig sei es auch, auf EU-Ebene mit den USA eine Lösung zu finden. Noch gilt seitens US-Behörden ein Einreiseverbot.

Im ersten Quartal lag das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei 2,4 Mio. Euro und das Ebit bei minus 30,9 Mio. Euro. Der Großteil der Mitarbeiter ist weiter in Kurzarbeit. Der Vorstand drängt, die Kurzarbeit für die Luftfahrt zu verlängern. Man werde zwar in den Sommermonaten Juli und August mehr Mitarbeiter brauchen und diese tageweise zurückholen, die Kurzarbeit benötige man aber über 2021 hinaus, so Ofner. Der Flughafen erwartet 2023 erst 80 Prozent seiner alten Größe. 2020 erhielt das Unternehmen rund 70 Mio. Euro vom Staat für die Kurzarbeit, aus den weiteren Hilfstöpfen erwartet der Vorstand eine niedrige zweistellige Millionensumme.

Auch im April lief der Flughafenbetrieb weiter auf Sparflamme. Mit 269.127 Passagieren - verglichen mit 2,7 Millionen im April 2019 - war der Airport meilenweit von den Passagierzahlen vor der Krise entfernt. Der Flughafen-Vorstand wirbt um Fluggäste: "Wer in den Urlaub fliegen will, sollte jetzt buchen, bevor die Ticketpreise wieder steigen." (apa)