Nach coronabedingten Einbußen im vergangenen Jahr nimmt der heimische Außenhandel wieder kräftig Fahrt auf. Sowohl im März als auch im gesamten ersten Quartal 2021 stiegen die Importe und Exporte markant an. Insgesamt erhöhten sich die Einfuhren im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,4 Prozent auf 40,39 Milliarden Euro, die Ausfuhren stiegen um 3,8 Prozent auf 38,83 Milliarden Euro, zeigen vorläufige Ergebnisse der Statistik Austria vom Dienstag.

Das Defizit der Handelsbilanz verdreifachte sich jedoch im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 1,55 Milliarden Euro. Mit Ausnahme der Vereinigten Staaten (-6,7 Prozent) zeigten alle der zehn wichtigsten Importpartnerländer Österreichs Zuwächse von Jänner bis März 2021. Den höchsten absoluten Importzuwachs gab es mit China (+29,2 Prozent) gefolgt von Deutschland (+2,6 Prozent), der Schweiz (+15,0 Prozent), Polen (+26,7 Prozent) und Italien (+8,1 Prozent ).

Exportseitig verzeichneten mehr als die Hälfte der zehn bedeutendsten Exportpartner im ersten Quartal einen Anstieg. Starke Zuwächse gab es insbesondere mit Deutschland (+6,0 Prozent), China (+35,7 Prozent), die Vereinigten Staaten (+9,5 Prozent), Italien (+9,3 Prozent) und Polen (+12,3 Prozent). Exportseitig rückläufig war der Warenverkehr mit Frankreich (-19,3 Prozent), der Schweiz (-5,8 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (-8,9 Prozent).

Handelsbilanzdefizit mit EU fast verdoppelt

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich von Jänner bis März Waren im Wert von 27,29 Milliarden Euro (+5,3 Prozent). Der Wert der in die EU-Länder exportierten Waren verzeichnete mit 3,8 Prozent ebenfalls einen Zuwachs gegenüber der Vorjahresperiode und betrug 26,39 Milliarden Euro. Das Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union belief sich auf 0,90 Milliarden Euro, nach 0,49 Milliarden Euro im Zeitraum Jänner bis März 2020.

Der Außenhandel mit Drittstaaten legte sowohl bei den Importen (+8,7 Prozent auf 13,10 Milliarden Euro) als auch bei den Exporten (+3,7 Prozent auf 12,44 Milliarden Euro) zu. Daraus ergab sich ein Handelsbilanzpassivum mit Drittstaaten von 0,65 Milliarden Euro.

Doch deutlicher als im gesamten Quartal legte der Außenhandel im Monat März zu. Der Wert der Importe von Waren stieg laut Statistik Austria um fast ein Viertel (23,7 Prozent) auf 15,93 Milliarden Euro. Die Exporte von Gütern nahmen im März um 16,8 Prozent auf 15,13 Milliarden Euro zu. Bedingt durch den Corona-Shutdown in Österreich ab Mitte März 2020 waren die Vorjahresimporte und -exporte allerdings stark rückläufig gewesen. Die Handelsbilanz wies ein Passivum in Höhe von 0,81 Milliarden Euro auf.

Die Exporte in EU-Mitgliedstaaten stiegen im März mit 15,7 Prozent etwas weniger stark als jene in Drittstaaten mit 19,3 Prozent. Die größten absoluten Zuwächse verzeichneten die Exporte nach Deutschland (+18,3 Prozent), Italien (+33,9 Prozent), in die Vereinigten Staaten (+29,2 Prozent), nach Polen (+31,4 Prozent) und China (+47,0 Prozent). Die bedeutendsten Produktgruppen im österreichischen Außenhandel sind Maschinen und Fahrzeuge, bearbeitete Waren, chemische Erzeugnisse und sonstige Fertigwaren. (apa)