Die Konjunktur zieht wieder an, und mit ihr auch die Inflation. Im Mai nahmen die Lebenshaltungskosten in der Euro-Zone innerhalb Jahresfrist um 2,0 Prozent zu, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Das ist das höchste Niveau seit Herbst 2018. Im April waren die Preise nur um 1,6 Prozent gestiegen, im März um 1,3 Prozent.

In Österreich legte die Teuerungsrate im Mai auf 2,8 Prozent zu, nach 1,9 Prozent im April. Ausschlaggebend für den Anstieg waren laut Statistik Austria deutliche Preisschübe, insbesondere bei Treibstoffen, aber auch bei Nahrungsmitteln, Möbeln und Bekleidung. Wohnungsmieten stiegen um 3,9 Prozent. Gegenüber dem Vormonat April stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,3 Prozent.

 

"Die erhöhte Inflation lässt sich hauptsächlich auf die sehr niedrigen Treibstoff- und Energiepreise vor einem Jahr zurückführen, die sich mittlerweile wieder erholt haben. Davon betroffen ist insbesondere der Bereich Verkehr, der im Mai 2021 mit einem Preisanstieg von 5,3 Prozent erstmals seit Oktober 2018 wieder stärkster Preistreiber im Jahresvergleich war", erläutert Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. In den kommenden Monaten werde die preistreibende Wirkung der nunmehr erholten Treibstoff- und Energiepreise geringer ausfallen.

Wöchentlicher Einkauf um 6,6 Prozent teurer

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, stieg im Jahresvergleich ebenfalls um 2,8 Prozent (April: plus 1,7 Prozent). Der Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, verteuerte sich im Jahresabstand um 6,6 Prozent (April: +4,5 Prozent).

Die Treibstoffpreise waren im Mai um 20,8 Prozent höher als im Mai des Vorjahres, der stark von den coronabedingten Schließungen und Reisebeschränkungen geprägt war. Superbenzin wurde um 23,0 Prozent, Dieseltreibstoff um 19,4 Prozent teurer. Reparaturen privater Verkehrsmittel kosteten um 4,1 Prozent mehr, neue Kraftwagen verteuerten sich um 2,8 Prozent. Flugtickets hingegen verbilligten sich um 20,5 Prozent.

Die Gruppe Wohnung, Wasser, Energie verteuerte sich durchschnittlich um 3,0 Prozent. Wohnungsmieten stiegen um 3,9 Prozent, Haushaltsenergie verteuerte sich durchschnittlich um 4,9 Prozent.

Beim Einkauf von Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken stiegen die Preise im Schnitt um 1,8 Prozent, und damit deutlich stärker als noch im April (+0,2 Prozent). Die Nahrungsmittelpreise verteuerten sich insgesamt um 1,9 Prozent, nach 0,3 Prozent im April. Dabei wurde besonders Fleisch (+3,6 Prozent) und Gemüse (+4,5 Prozent) teurer.

Mehr Geld mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher auch für Brot und Getreideerzeugnisse (+1,4 Prozent) sowie für Obst (+2,6 Prozent) hinlegen. Fisch hingegen wurde deutlich billiger (-3,8 Prozent), die Preise für Milch, Käse und Eier sanken kaum (-0,6 Prozent). Alkoholfreie Getränke verteuerten sich insgesamt um 1,1 Prozent.

Bei alkoholischen Getränken wurde Sekt um 12,4 Prozent billiger. Zigarettenpreise stiegen um 4,6 Prozent.

Für Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses musste im Schnitt 2,9 Prozent mehr bezahlt werden. Vor allem teurere Wohnmöbel trugen dazu bei (+4,3 Prozent). Bekleidung und Schuhe kosteten durchschnittlich um 2,4 Prozent mehr. Billiger wurde die Nachrichtenübermittlung (-2,2 Prozent). Telefon- und Telefaxdienste wurden um 2,7 Prozent günstiger. (apa/red.)