Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer erwartet trotz des schrittweisen Auslaufens der Corona-Wirtschaftshilfen und Stundungen keinen starken Anstieg der Firmenpleiten. "Wir sehen hier weder die riesige Insolvenzwelle auf uns zurollen noch eine Armee an Zombiefirmen", sagte Mahrer der "Presse" (Freitagsausgabe). Es komme "jetzt ein Normalisierungsprozess, der mehrere Monate und in manchen besonders betroffenen Branchen auch etwas länger dauern" werde.

Aufgrund des starken Konjunkturaufschwungs sieht Mahrer derzeit keine Notwendigkeit mehr für breite Wirtschaftshilfen. "Es sollen also nur die noch eine staatliche Unterstützung erhalten, die einen längeren Atem brauchen, wie etwa die Stadthotellerie. Aber man wird nicht ewig unterstützen können", sagte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Bei der von der türkis-grünen Regierung geplanten Ökologisierung des Steuersystems pocht die WKÖ auf eine wirtschaftsfreundliche Lösung. "Wir sind dafür, dass das innovationsorientiert von der Wirtschaft gemacht wird und nicht durch ein Zwangssystem", sagte Mahrer der Zeitung. "Und wir werden es auch nicht akzeptieren, dass man der österreichischen Wirtschaft aus PR-Gründen umhängt, dass wir Klimasünder seien. Das ist unwahr", so der WKÖ-Chef. Die österreichischen Firmen seien "keine Anfänger" im Bereich Klimaschutz, "sondern Vollprofis".

Kritisch sieht Mahrer den von der Regierung geplanten Klimabeirat mit führenden Klimaforschern. Es dürfe nicht ein Gremium geschaffen werden, das "der Politik das Heft des Handelns aus der Hand" nehme und Gesetze auf den Weg bringe. "Ich brauche keine Räte-Republik", so der Wirtschaftskammer-Chef. (apa)