Wachstumsschub, Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, Stärkung von Wertschöpfung und heimischer Fertigungstiefe. Das alles würde Digitalisierung bringen, belegt die aktuelle Studie "Die digitale Dividende" von Industriellenvereinigung und dem Beratungsunternehmen Accenture. 112 Unternehmen wurden für die Studie befragt.

"Konkret erreichen digitalisierte Unternehmen im Durchschnitt ein mehr als dreimal so hohes Umsatzwachstum im Vergleich zu nicht digitalisierten Unternehmen, erläutert Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung. "Die Umsatzsteigerung pro Digitalisierungsstufe beträgt 8,3 Prozent." Und Michael Zettel, Country Managing Director Accenture Österreich, ergänzt: "Mit einem zunehmenden Grad an Digitalisierung fällt die Unternehmens-Performance immer besser aus." Je mehr in Digitalisierung investiert wird, desto mehr rentiert es sich.

Für die Studie wurde der Digitalisierungsgrad in vier Stufen unterteilt: Stufe 0 ist "digital blind". Hier passiert ein Großteil der Datenspeicherung und der Informationsübermittlung noch papierbasiert. Stufe 1 steht für "digital abbilden". Informations- und Kommunikationstechnik wird für Hilfsmittel verwendet. Die Stufe 2 heißt "digital agieren". Die Prozesse sind optimal optimiert, die Entscheidung treffen aber noch die Menschen. Die Stufe 3, die letzte Stufe, bedeutet "digital autonom".

Je höher die Digitalisierung, desto mehr Wachstum

Die befragten Unternehmen wurden den jeweiligen Stufen zugeordnet. Das durchschnittliche Umsatzwachstum lag bei Stufe 0 bei 3,9 Prozent, bei Stufe 1 bei 13,0 Prozent und bei den Stufen 2 und 3 bei 15,3 Prozent. Das heißt: Der Vorsprung von digitalisierten Unternehmen wächst, sie hängen hinten liegende Unternehmen zunehmend ab. "Je höher der Digitalisierungsgrad ist, desto mehr Umsatzwachstum durch Digitalisierung ist zu erwarten. Das größte Potenzial haben damit nicht jene Unternehmen, die auf der Stufe 0 sind, sondern jene, die in der digitalen Transformation schon weit vorangegangen sind. Der Nutzen der Digitalisierung potenziert sich, neuerliche Investitionen zahlen sich weiterhin aus", sagt Helmenstein.

Er betont auch den Mehrwert für die Gesellschaft. "Die Digitalisierung stärkt die heimische Wertschöpfung", sagt er. Das führt zu weniger Know-how-Abfluss, etwa nach Asien. Österreich ist somit international wettbewerbsfähiger.

Digitalisierung wird von Kritikern als Motor für Jobabbau gesehen. Einen Jobmangel werde es aber nicht geben, sagt Helmenstein. Die Herausforderung sei jedoch, die Anforderungen für künftige Jobs zu erfüllen. "Die digitale Kompetenz der Beschäftigten muss sich erhöhen", sagt er. Er verweist auf das Bildungssystem, wo Digitalisierung bereits im Kindergarten ein Thema sein sollte. Sein Zukunftsbild: Monotone, repetitive Arbeit übernehmen Roboter. Und Menschen agieren in der Arbeitswelt nur noch miteinander.(vasa)